Freispruch nach Randale in Münster

schwarzes Auto vorne mit Brandschäden

Freispruch nach Randale in Münster

  • Autobrände in Münsters Hafenviertel bleiben ungeklärt
  • Freisprüche nach monatelangem Strafverfahren
  • Verteidiger kritisieren Festnahmen als Willküraktion

Die gewaltsame Randale in Münsters Hafenviertel im April 2016 bleibt weiter ungeklärt. Das Amtsgericht Münster hat am Mittwoch (24.01.2018) drei angeklagte Frauen freigesprochen. Es hatten sich in dem Prozess keine belastbaren Beweise ergeben.

Anklage nach monatelangen Ermittlungen

Nach monatelangen Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft drei Frauen angeklagt, die nach einer Demo im Hafengebiet Autos angezündet und Pkw-Scheiben eingeworfen haben sollen. Ein Wagen war vollständig ausgebrannt.

"Nach der Beweisaufnahme bleibt nichts weiter, als dass die beschuldigten Frauen in Tatortnähe wenige Minuten nach den Taten aufgegriffen wurden", sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung für den Freispruch.

Autos wurden angezündet

Die Frauen sollen laut Anklage zunächst an einer "Nachttanzdemo" teilgenommen haben, bei der im April 2016 bis zu 200 Menschen gegen die Räumung eines besetzten Hauses und für bezahlbaren Wohnraum demonstriert hatten.

Eingang des Amtsgerichtes in Münster

Das Amtsgericht Münster sprach die drei Angeklagten frei

Im Prozess vor dem Amtsgericht Münster gab es keinen Zeugen, der die drei Beschuldigten bei den Taten beobachtet hatte. DNA-Abgleiche und Wohnungsdurchsuchungen erbrachten ebenfalls keine Beweise.

Selbst Staatsanwalt plädiert auf Freispruch

Selbst der Staatsanwalt plädierte im Prozess auf Freispruch. Die Verteidiger der drei beschuldigten Münsteranerinnen kritisierten die Festnahmen als reine Willküraktion. Das Gericht sprach ihnen eine Entschädigung für ihre Festnahme zu. Für einen Tag unberechtigte Haft stehen einem Betroffenen 25 Euro zu.

Stand: 24.01.2018, 20:00