Frauen in Münster kündigen Kirchenstreik an

Frauen in Münster kündigen Kirchenstreik an

  • Protest gegen Missbrauch in der Kirche
  • Grundlegender Wandel gefordert
  • Ehrenamtliche Arbeit soll eingestellt werden

Kurz vor der Papstkonferenz zum Missbrauch in der katholischen Kirche haben Frauen aus der Gemeinde Heilig Kreuz in Münster einen Kirchenstreik angekündigt. Mit der Aktion "Maria 2.0", die am Dienstagnachmittag (19.02.2019) vorgestellt wurde, protestieren sie gegen den massenhaften Missbrauch durch Priester und den Umgang der katholischen Kirche mit Tätern und Opfern.

zwei Frauen kleben ein Bild mit der Aufschrift "Maria2.0" an eine Wand

"Maria2.0" heißt die Aktion der Frauen

Die Initiatorinnen der Aktion sind gläubige Katholikinnen. Sie alle besuchen regelmäßig den Gottesdienst. Nach den vielen Missbrauchsskandalen sei aber jetzt der Punkt gekommen, an dem es für sie nicht mehr weitergeht. Sie wollen, dass die Kirche von Grund auf erneuert wird.

Schreiben an den Papst

Aus Anlass der Missbrauchskonferenz in Rom am Donnerstag haben sie einen offenen Brief an den Papst geschrieben.  "Wir stehen fassungslos, enttäuscht und wütend vor dem Scherbenhaufen unserer Zuneigung und unseres Vertrauens zu unserer Kirche", heißt es in dem Schreiben.

der Beginn des Textes an den Papst

Der Offene Brief der Frauen

Darin fordern sie, dass die Täter und diejenigen, die "diese Taten geduldet oder vertuscht haben", ihrer Ämter enthoben werden. Vor allem verlangen sie einen grundlegenden Wandel der katholischen Kirche - den Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche, die Aufhebung des Pflichtzölibats und die Ausrichtung der kirchlichen Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen.

Gottesdienste vor der Kirche

Um ihre Forderungen zu unterstreichen, rufen die Initiatorinnen von "Maria 2.0" vom 11. bis 18. Mai zu einem einwöchigen Kirchenstreik auf. Die Frauen wollen dann keine ehrenamtlichen Aufgaben übernehmen und keine Kirche betreten. Sie planen, selbst Gottesdienste zu organisieren – draußen vor den Kirchentüren.

Missbrauch in der katholischen Kirche: "Genug geredet"

WDR 5 Morgenecho - Interview 18.02.2019 06:39 Min. WDR 5

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Stand: 19.02.2019, 20:00

Kommentare zum Thema

32 Kommentare

  • 32 I. M. Exner 21.02.2019, 11:14 Uhr

    Meine Frau ist selber betroffen, sie war in den 60iger 70iger Jahren mit 8 Jahren in einem katholischen Erziehungsheim der Marienburg Coesfeld untergebracht worden, weil zu damaligen Zeit kein Platz in einem Kinderheim zur Verfügung stand ? Es wurde von katholischen Nonnen geleitet, die nicht gerade zimperlich mit ihr umgegangen waren im Namen Göttes sagte man damals, weiteres würde den Rahmen sprengen, aber deswegen sind wir aus der Kirche ausgetreten, sehen auch überhaupt keinen Grund, dort drin zu bleiben. für an Gott zu Glauben, braucht man nicht solch verlogene Kirchen Vertreter. Seit dem ist meine Frau Psychisch krank und seit gut 5 Jahren in Behandlung. Es gibt viel Klärungsbedarf diesbezüglich. Ich finde diesen Boykott der Initiative sehr gut, viel Erfolg weiterhin !!

  • 31 Anneliese Engelbrecht 20.02.2019, 20:17 Uhr

    Meine Tochter und meine drei Enkel, zwei Jungen und ein Mädchen, sind katholisch. Ich selbst nicht. Ich finde diese Initiative großartig und hoffe von Herzen, daß sie mehr und mehr Unterstützerinnen und Unterstützer findet.

  • 30 Annemarie Kotulla 20.02.2019, 19:38 Uhr

    Wunderbar. Warum nicht 4 Wochen. Dann merkt man das auch.

  • 29 Lois Lane 20.02.2019, 13:47 Uhr

    Wunderbar! Ich finde die Initiative großartig, unterstütze sie in jedem Punkt. Wo kann ich unterschreiben? Wie erhalte ich Infos von kommenden Aktionen? Möchte auch Farbe bekennen und allen Frauen in der Kirche zurufen: die Geduld der Frauen ist die MACHT der Männer ... jetzt ist Schluss damit! Worauf sollen wir noch warten?

    Antworten (1)
    • sonja 21.02.2019, 00:44 Uhr

      Der kirchentag in Dortmund zb ! Da erreicht man 10000 de! Diesen sommer!

  • 28 Dr. med Horst Pomp 20.02.2019, 12:42 Uhr

    Ihre Aktion ist zu unterstützen. Ich hoffe, daß auch Priester sich Ihnen anschließen. Gruß Horst Pomp

  • 27 Elisabeth Dieker 20.02.2019, 11:23 Uhr

    Ich unterstütze Ihre Aktion. Seit fast dreißig Jahren gibt es die Gruppe" Wir sind Kirche",die sich für Reformen in unserer Kirche ausspricht,Unterschriften gesammelt hat.Sie sind in Rom damals durch Herrn Weisner,den heute noch tätigen Vorsitzenden,übergeben worden, doch getan hat sich nichts!!!!! Das kann so nicht weitergehen. Ich hörte einmal in einem Vortrag,daß der Glaube durch das offizielle Lehrtamt und durch den Glaubenssinn des Volkes weitergegeben wird.Dieser Glaubenssinn wird überhaupt nicht berücksichtigt.Das ermüdet unsere Gläubigen.Sie ziehen sich zurück.Ich wünsche,dass Ihre Aktion weite Kreise zieht.Elisabeth Dieker

  • 26 André 20.02.2019, 11:04 Uhr

    Gibst du bei Wikipedia >Mißbrauch in römisch-katholischer Kirche ein< , erhälst du 174 Seiten Info - gibst du >Mafia < ein, "nur "18 Seiten . Noch Fragen ?

  • 25 André 20.02.2019, 10:48 Uhr

    Frauen, tretet massenhaft aus der Kirche aus. Ehrenamtlich könnt ihr auch viele andere Sachen machen, aber ohne die Kirche. Da wird sich nichts ändern !!! -- Den Anstoß zu diesem Text hier gibt mir auch der gerade hier auf der WDR-Seite gelesene Artikel von der Verhandlung des gekündigten Arztes vor dem Bundesarbeitsgericht. Was schlimm ist: Das Bundesverfassungsgericht hatte die Klage des Mannes abgelehnt, weil das im Grundgesetz garantierte Selbstbestimmungsrecht der Kirche eingeschränkt würde. Ja geht es noch ? FRAUEN TRETET AUS DER KIRCHE AUS !!!

  • 24 moni schneider 20.02.2019, 10:21 Uhr

    Große Freude und Gänsehaut beim Bericht über die Münsteraner Frauenpower. Bitte bitte weiter so, so geht es nicht weiter. Die Basis ist wichtig. Frauen halten die Kirche heute am Leben, ohne Frauen geht nichts mehr. Danke Euch für Eure Stärke

  • 23 Eva-Maria Bleker 20.02.2019, 07:11 Uhr

    Super Aktion!!! Aufhebung des Pflicht-Zölibats, -auch wenn ich´s längst überfällig finde-, wird aber kaum zielführend sein, da es um sexualisierte Gewalt geht, sprich: der „Versuch“ ein gefühltes Macht-Vakuum durch die Tat zu kompensieren. Ich sag mir immer: „Wer krönt, der kreuzigt irgendwann auch,- und notfalls einen anderen als den Gekrönten“. Wie wäre es also gleich auch mit „einem Gott auf Augenhöhe“ bei der Erneuerung der Kirche? Also raus aus der falsch verstandenen und gelebten „Demut“! Man braucht nicht metaphysisch über´s Ziel hinausschießen, ideologisch und sonstwie verbrämt sich aufplustern, um den "Menschen zu dienen". So kompliziert sind die nun auch wieder nicht....

  • 22 Eine evangelische Frau 19.02.2019, 22:24 Uhr

    Nonnen (=Frauen) sind nicht nur Opfer! In der Psychiatrie Marsberg zum Beispiel waren sie Täterinnen! Patriarchismus hin oder her, es gibt böse Männer und böse Frauen, und gute Priester ebenso wie schlechte Nonnen. Einseitige Sichtweisen und schwarz-weiß-Denken muss aufhören. "Frau sein" macht noch keinen guten Menschen aus jemandem!

    Antworten (1)
    • sonja 21.02.2019, 00:50 Uhr

      Da hast du jetzt aber das thema verfehlt. Erstmal muss gleichberechtigung her! Dann kannst du die Bösen - Quoten sichten. Wirst schon sehn..Gewalt ist ein Männer Problem. Und zölibatäre Männer sind in der Quote sehr auffällig! Schon viel zu lange ungeahndet, trotz Strafgesetzbücher!