Fotoaktion "Eine Sekunde Münster"

Auschnitt eines Plakats zur Münsteraner Fotoaktion "#1secMS"

Fotoaktion "Eine Sekunde Münster"

Punkt 12 Uhr, Handy raus und abdrücken: So stellt sich der Künstler Thomas Nufer seine Aktion "Eine Sekunde Münster" vor. Er ruft am Mittwoch (15.07.2020) alle Bürger auf, gleichzeitig ein Foto zu machen. Kein Selfie, sondern ein Foto der Umgebung. Wir haben Thomas Nufer vorab zu einem kurzen Interview getroffen.

WDR: Wie genau sieht die Kunst-Aktion aus?

Thomas Nufer: Um 12 Uhr mittags machen Bürgerinnen und Bürger der Stadt ein Foto von genau dem Platz, an dem sie sich gerade befinden. Es ist egal, wie es da aussieht, ob unaufgeräumt, chaotisch oder aufgeräumt, ob die Bilder unscharf sind oder langweilig, denn es soll ein vollkommen ehrliches und unverstelltes, wahres Bild einer Stadt entstehen.

WDR: Was steckt hinter dieser Aktion?

Porträtaufnahme eines lächelnden schwarzhaarigen Mannes

Nufer: Die Idee ist eine Abbildung einer Gemeinschaft, einer Stadt, in Zeiten der Corona-Krise. Das Besondere dabei ist es, eben nicht nur zu fotografieren, sondern zur selben Sekunde mit so vielen Einwohnern der Stadt wie möglich dasselbe zu machen. Das gibt ein unglaublich starkes Gefühl von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit. Es soll eine solidarische Geschichte entstehen, weil Münster sehr gut funktioniert hat in den Wochen der Krise. Wir haben gemeinsam gedacht und gehandelt.

WDR: Wo sollen die Fotos im Anschluss zu sehen sein?

Nufer: Die Bilder werden nicht nur auf meiner Website zu sehen sein und auch nicht nur auf Instagram über den Hashtag #1secMS, sondern auch in der Innenstadt. Man kann Ende August in die Lamberti-Kirche gehen und zur Martini-Kirche und da werden die Fotos in einer Großprojektion abgespielt. Tausende Bilder im Sekundentakt und dann vielleicht noch an anderen Orten, die aber noch geheim sind.

Das Interview führte Victoria Just.

Stand: 15.07.2020, 10:55

Weitere Themen