Forschungsprojekt zum Missbrauch im Bistum startet

Der Dom von Münster vor einem bewölkten Himmel

Forschungsprojekt zum Missbrauch im Bistum startet

  • Uni soll Missbrauch untersuchen
  • Forscher bekommen Zugang zu Kirchenarchiven
  • Projekt kostet 1,3 Millionen Euro

Das Bistum Münster will den sexuellen Kindesmissbrauch der katholischen Kirche jetzt wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Forscher der Uni Münster sollen ab sofort Zugang zu den Kirchenarchiven bekommen und die Hintergründe des Missbrauchs unter die Lupe nehmen.

Zwei Männer beantworten an einem Tisch sitzend Fragen

Prof. Thomas Großbölting (l.) und Generalvikar Klaus Winterkamp (r.)

Am Mittwoch (18.09.2019) haben Generalvikar Klaus Winterkamp und der Historiker Prof. Thomas Großbölting im münsterschen Schloss den Vertrag unterschrieben.

Bistum Münster will Missbrauchsfälle aufklären

WDR Studios NRW 19.09.2019 00:41 Min. Verfügbar bis 19.09.2020 WDR Online

Neutraler Blick auf die Verbrechen

Mit der Unterzeichnung löst das Bistum Münster das Versprechen ein, die Missbrauchsfälle neutral und unabhängig von der Kirche untersuchen zu lassen. Die Uni Münster hat für das Projekt vier Stellen eingerichtet. Kosten des Projekts: 1,3 Millionen Euro. Die Forscher sollen unter anderem aufdecken, welche kirchlichen Strukturen den Missbrauch begünstigen und Aufklärung verhindern. „Und das Bistum wird keinen Einfluss nehmen auf die Untersuchungen“, versprach Generalvikar Winterkamp am Mittwoch zum offiziellen Start.

Missbrauchsopfer außen vor?

Mann in schwarzem Anzug wird vor einem Fenster sitzend interviewed

Missbrauchsopfer Martin Schmitz bei der Vorstellung des Forschungsprojekts

Missbrauchsopfer Martin Schmitz war auch bei der Pressekonferenz. Er wurde als Kind von einem Kaplan in Rhede sexuell missbraucht, der damals schon vorbestraft war. Das Bistum hatte ihn aber nicht entlassen, sondern versetzt. Martin Schmitz ist extra nach Münster gekommen, um mehr über die geplante Studie zu erfahren. Und er ist positiv überrascht. Er hofft, dass die Forscher am Ende Namen der Täter nennen und der verantwortlichen Bischöfe, die die Täter nicht entlassen, sondern versetzt haben.

Stand: 19.09.2019, 07:26

Kommentare zum Thema

Noch keine Kommentare