Streit um Flugzeugwrack in Südlohn

schwarz-weiß Foto von zwei Jagdflugzeugen in der Luft

Streit um Flugzeugwrack in Südlohn

Von Markus Wollnik

In Südlohn gibt es Streit um ein im Boden liegendes Weltkriegsflugzeug. Ein Unternehmer aus Heek will den deutschen Nachtjäger bergen. Doch die Archäologen des Landschaftsverbandes wollen das nicht genehmigen.

Beim Verlegen eines Stromkabels im Erdreich hatte der Rohrleitungsbauer Winfried Leusbrock aus Heek vor zwei Jahren plötzlich sonderbare Metallstücke an seinem Bohrer. Das Hindernis in vier Metern Tiefe unter einem Acker entpuppte sich als 1942 abgestürzter deutscher Nachtjäger vom Typ Messerschmitt ME 110.

Bergung geplant

zwei Männer gehen mit einem Suchgerät über eine Wiese

Winfried Leusbrock (rechts) hat die Absturzstelle auch mit einem Geo-Radar untersucht

Unternehmer Leusbrock fasste den Entschluss, die Maschine in Eigeninitiative zu bergen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der das Wrack gehört, stimmte dem Vorhaben zu. Auch Südlohns Bürgermeister Christian Vedder unterstützt das Projekt. Doch die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster sind dagegen. Seit einigen Jahren sehe man solche Absturzstellen als archäologische Quelle, die als Bodendenkmäler erhalten bleiben sollen. Winfried Leusbrock kann diese Haltung nicht verstehen.

Keine Toten-Bestattung

Von älteren Anwohnern erfuhr Leusbrock, dass sich damals der Pilot retten konnte, der Bordfunker Albrecht Risop aber mit dem Wrack in die Tiefe gestürzt war. Deswegen hat der Unternehmer vorgeschlagen, zumindest die sterblichen Überreste des Funkers zu bergen und auf einem nahen Kriegergrab zu bestatten. Doch auch das lehnen die Archäologen in Münster ab, verweisen auf einen Gedenkstein mit dem Namen des Toten in der Nähe der Absturzstelle.

Gedenkstein für abgestürzten Funker

Ein Gedenkstein erinnert an den toten Bordfunker

In der Zwischenzeit hat der Heimatverein Südlohn eine ganz eigene Lösung gefunden. Er hat in seinem Heimathaus die Geschichte der abgestürzten Messerschmitt anhand von Zeitzeugenaussagen rekonstruiert. Und erinnert auch mit Fotos an den aus Berlin gebürtigen Bordfunker Albrecht Risop, er wurde 21 Jahre alt.

Stand: 18.04.2018, 06:47