Nach Insolvenz: Flughafen Paderborn-Lippstadt erholt sich langsam

Flughafen Paderborn-Lippstadt

Nach Insolvenz: Flughafen Paderborn-Lippstadt erholt sich langsam

Von Ruben Honermeyer

Der Flughafen Paderborn-Lippstadt blickt trotz Corona auf ein solides Jahr 2021 zurück. Rund 130.000 Passagiere sind von Paderborn aus abgehoben.

Erleichterung machte sich breit bei der Jahresabschlussbilanz rund um den neuen Flughafen-Chef Roland Hüser. Das Jahr 2021 war für den Airport zufriedenstellend. Das Ziel, in diesem Jahr 100.000 Fluggäste zu befördern, wurde erreicht. Von den Passagierzahlen der guten Jahre ist der Flughafen aber noch weit entfernt.

Trotzdem: Bei der Jahrespressekonferenz gibt man sich nach der Insolvenzkrise optimistisch. Für 2022 hat der Paderborner Airport ehrgeizige Ziele. So sollen in diesem Jahr insgesamt sechs neue Destinationen angeflogen werden, darunter Gran Canaria, Rhodos und Fuerteventura. Die Zahl der Passagiere soll noch einmal auf 250.000 steigen.

Ethnischer Flugverkehr für 2022

Besonders will der Flughafen Paderborn-Lippstadt in Zukunft auf den sogenannten ethnischen Flugverkehr setzen. Damit sind etwa Flüge in die Westtürkei gemeint, die von Menschen genutzt werden, die dort ihre zweite Heimat haben. Die Fluglinie Corendon-Airlines soll deshalb ab Juni zweimal pro Woche nach Izmir fliegen.

Flughafenchef Roland Hüser

Flughafenchef Roland Hüser

Insgesamt sei es 2021 gelungen, möglichst schnell auf die Erfolgsspur zurückzukehren, so Roland Hüser. 2020 stand der Flughafen Paderborn-Lippstadt noch als Verlierer da. Rund 87 Prozent weniger Fluggäste als noch im Vorjahr gab es damals, so wenig wie bei kaum einem anderen Airport in Deutschland. Die Folge: Der Flughafen musste Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen.

Neustart seit Mai

Zuerst stieg Bielefeld als Anteilseigner des Flughafens aus, mit einer einmaligen Zahlung von 2,5 Millionen Euro. Auch die Kreise Gütersloh und Lippe schieden rückwirkend zum 1. Januar aus. Rettung verschaffen sollte ein vom Flughafen selbst erstellter Insolvenzplan.

Nach sieben Monaten schließlich hob der Kreis Paderborn die Insolvenz wieder auf, sodass ab dem 1. Mai wieder Flugzeuge vom Kreis Paderborn in die Lüfte steigen konnten. Das ging aber nur mit deutlich geschrumpfter Belegschaft: 64 statt vorher 165 Beschäftigte müssen den Betrieb seitdem stemmen. Damit ließen sich laut Flughafen bis zu 300.000 Fluggäste bewältigen.

Positive Aufmerksamkeit für Weltrekord

Schlagzeilen machte der Flughafen vergangenes Jahr auch durch einen geglückten Weltrekordversuch. Ein Team aus Fallschirmspringern schaffte es, eine über 6.000 Quadratmeter große Deutschlandflagge im Himmel über dem Flughafen auszubreiten – etwas positive Aufmerksamkeit für den aus der Krise kommenden Airport.

Noch ist unklar, ob die Flugzeuge vom Kreis Paderborn bald wieder 700.000 Passagiere im Jahr in die Lüfte heben, wie noch vor Corona. Bis 2025 hofft der Flughafen immerhin rund 800.000 Menschen mit dem Flugzeug abheben zu lassen.

Chronologie vom Abstieg des Flughafens Paderborn/Lippstadt Lokalzeit OWL 02.08.2021 02:35 Min. Verfügbar bis 02.08.2024 WDR

Stand: 13.01.2022, 15:54