Flughafen Paderborn-Lippstadt: Insolvenz rückt näher

Flughafen Paderborn-Lippstadt

Flughafen Paderborn-Lippstadt: Insolvenz rückt näher

Der Flughafen Paderborn-Lippstadt scheint auf eine Insolvenz in Eigenverwaltung hinzusteuern. Dafür soll es laut Nachrichtenagenturen eine politische Mehrheit geben.

Offenbar hat sich der Kreis- und Finanzausschuss in Paderborn für diese Lösung ausgesprochen. Bereits seit einigen Wochen wird über ein Sanierungskonzept für den Airport mit drastischen Personalkürzungen und einer Verkleinerung auf 300.000 Fluggäste diskutiert.

Der Kreis Paderborn ist mit 56,4 Prozent der größte Anteilseigner des finanziell und strukturell angeschlagenen Flughafens. Der Ausschuss des Kreises halte eine Sanierung des Flughafens außerhalb einer Insolvenz für "unrealistisch und nicht umsetzbar beziehungsweise finanzierbar", heißt es.

Hat die Industrie kein Interesse am Flughafen?

Im Ausschuss wurde deutlich, dass der Kreis nicht mehr Geld für den Flughafen ausgeben will als unbedingt nötig. Vertraglich verpflichtet ist er zu einem jährlichen Verlustausgleich von 200.000 Euro.

Eine Verkleinerung des Flughafens hält der Kreisausschuss für zu teuer. Er trägt auch lieber die Kosten für Darlehensbürgschaften als noch weiter in einen Flughafen mit ungewisser Zukunft zu investieren. Ein Flughafen, an dem, so die Überzeugung des Ausschusses, auch die Industrie kein Interesse habe.

700.000 Euro Verlust im Monat

Der Airport macht wegen der Corona-Krise derzeit etwa 700.000 Euro Verlust im Monat. Nur ein bis zwei Flüge starten und landen aktuell dort. Zuletzt hatte sich die CDU im Kreis Paderborn bei der Sanierung des Flughafens für eine Insolvenz in Eigenregie ausgesprochen, welche eine rasche Sanierung des Flughafens garantiere.

Ausstieg möglicherweise nicht so einfach

Laut Manfred Müller, Landrat des Kreises Paderborn und Flughafen-Aufsichtsratschef, wird es für den Kreis Gütersloh schwierig, als Gesellschafter auszusteigen. Der Kreis müsse seiner sozialen und solidarischen Verwantwortung für den Flughafen gerecht werden und man müsse sich über die Höhe der Sanierungsausgaben einigen. Erst dann könne man mit den Verhandlungen über einen Ausstieg beginnen.

Die Industrie- und Handelskammer Bielefeld bedauert den geplanten Ausstieg des Kreises Gütersloh. Das könnte die notwendige Sanierung des Flughafens gefährden, so ein Sprecher.

Stand: 25.08.2020, 17:39