Flüchtlinge beklagen Zustände in Oerlinghausener Unterkunft

Schild der Flüchtlingshilfe Lippe

Flüchtlinge beklagen Zustände in Oerlinghausener Unterkunft

Staatssekretär Andreas Bothe aus dem NRW-Integrationsministerium hat sich Freitag (19.01.2018) ein Bild über die Zustände in der Oerlinghauser Flüchtlingsunterkunft gemacht.

Der Rat der Stadt hatte sich an das Land gewendet, weil die Kriminalität rund um die Unterkunft angestiegen ist. Nun melden sich aber auch Flüchtlings-Organisationen zu Wort und die Menschen selbst, die dort untergebracht sind, und zwar mit einer Petition. Sie fordern vor allem einen menschenwürdigeren Umgang mit ihnen, der nicht immer gewährleistet sei.

Räume und Toiletten der Unterkunft sollen nicht sauber sein und Zimmer seien zu voll: Oft seien mehr als vier Personen untergebracht. An der Kantine wird kritisiert, dass es dort kein gesundes Essen gebe. Auch die ärztliche Versorgung soll nach 16 Uhr und an Wochenenden ungenügend sein. Außerdem fordern die Flüchtlinge, dass die "Flüchtlingshilfe Lippe" weiter vor Ort bleiben soll. Ob und wie der Verein weiter macht, wird zurzeit noch beraten. Bisher sind sich die Landesregierung und der Verein aber noch nicht einig geworden.

Ministerium will Forderungen prüfen

Ihre Petition überreichten die Bewohner auch Staatssekretär Bothe. Er sagte, das Ministerium werde die Forderungen genau prüfen. Bei seinem vierstündigen Aufenthalt in Oerlinghausen sprach Boethe mit allen Beteiligten. Um die Situation in der Flüchtlingsunterkunft zu verbessern, werde nach Analyse der gewonnen Informationen über weitere Maßnahmen nachgedacht, so Boethe. So werde beispielsweise erwogen, die Zusammensetzung der Bewohner neu zu regeln.

Stand: 19.01.2018, 07:05