Musiker Flash-Mob für bessere Bezahlung

Lokalzeit Münsterland 26.04.2022 02:30 Min. Verfügbar bis 26.04.2023 WDR Von Elena Burgwedel

Musik-Flashmob in Münster für faire Honorare

Stand: 26.04.2022, 20:01 Uhr

Auf dem Prinzipalmarkt in Münster gab es am Dienstag einen musikalischen Flashmob für faire Honore. 120 Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland waren dem Aufruf der Deutschen Orchestervereinigung gefolgt.

Laut und deutlich schallt es über Münsters gute Stube, den Prinzipalmarkt: Mit einer aktuellen Fassung des Chorals "Himmelschreiende Sünde" aus der Markus-Passion von Johann Sebastian Bach fordern die Flashmob-Teilnehmer:innen einen gerechten Lohn für hochqualifizierte musikalische Tätigkeiten.

Menschen die Plakate mit der Aufschrift "Good Play. Fair Pay." in die Höhe halten.

Viele Musiker:innen solidarisieren sich mit ihren freischaffenden Kolleg:innen

Gekommen sind ein Kammerorchester, ein Solistenensemble aus Mitgliedern deutscher Rundfunkchöre, Gesangsstudierenden und freischaffenden Sängern sowie ein großer Chor.

Prekäre Lebensverhältnisse

Der Dirigent eines Orchesters spricht in ein Megaphon. Im Hintergrund ist das Orchester und ein Banner mit der AUfschrift "Good Play."

Gerald Mertens fordert mehr Geld für Freie

Mit dem Slogan "Good Play, Fair Pay" wollen sie aufmerksam machen auf die Honorarsituation der Freischaffenden. Denn die sei prekär, sagt der Geschäftsführer der Orchestervereinigung, Gerald Mertens: "Ein freischaffender Musiker in Deutschland verdient etwa 1.100 Euro im Monat und wir fordern hier eine deutliche Verbesserung."

Höhere Auftrittshonorare

Bund, Länder und Kommunen müssten mehr Geld in die Hand nehmen, um Künstlerinnen und Künstler bei öffentlich geförderten Musikprojekten besser zu vergüten. Dies gelte auch für andere Veranstalter, die Freischaffende für Auftritte engagieren.

Ein Orchester mit Dirigent spielen in einer Fußgängerzone

Freischaffende Ensemblemusiker:innen leben vor allem von Auftritten

Die Orchestervereinigung fordert einen Tagessatz von mindestens 250 Euro. Nur dann könnten Betroffene ihren Lebensunterhalt, Renten- und Krankenversicherung und berufliche Ausgaben wie hochwertige Instrumente auch finanzieren.

In Münster findet in dieser Woche die Delegiertenversammlung der Deutschen Orchestervereinigung statt.

Über dieses Thema haben wir am 26.04.2022 im Radio auf WDR 2 um 14.30 Uhr berichtet. Wir berichten auch im Radio auf WDR 3 in der Sendung Tonart und in der Lokalzeit Münsterland im WDR-Fernsehen um 19.30 Uhr.