Hunderttausende tote Fische in Münsters Aasee

Hunderttausende tote Fische in Münsters Aasee

  • Über 20 Tonnen tote Fische eingesammelt
  • Stadt Münster kämpft um Restbestände
  • Wasserpumpen leiten Sauerstoff in See
Große Wassermengen sprudeln aus blauen Rohren in See, dahinter Boote

Die Pumpen laufen rund um die Uhr

Nach dem massenhaften Fischsterben im münsterschen Aasee kämpft die Stadt Münster um die Rettung der verbliebenen Fische. Insgesamt 3,5 Millionen Liter Wasser spritzen zwei Hochleistungspumpen seit Freitagabend (10. 08.2018) pro Stunde in den Aasee, um das Gewässer mit Sauerstoff anzureichern. Die Aktion soll zunächst bis Montagmittag laufen. Die Pumpsysteme werden von der Feuerwehr Emsdetten und der Feuerwehr  Münster rund um die Uhr betrieben.

See auf 26 Grad aufgeheizt

Zwei tote Fische liegen auf dem Boden.

Tiere an Sauerstoffmangel gestorben

Aufgrund der hohen Temperaturen hatte sich der See in der Innenstadt von Münster in den vergangenen Tagen so sehr aufgeheizt, dass die Tiere massenweise wegen des Sauerstoffmangels verendeten. Mehr als 26 Grad Wassertemperatur waren zuletzt gemessen worden. Nach Angaben der Stadt hatte ein Grünalgensterben in der Nacht zum Donnerstag die Sauerstoffwerte zusätzlich sinken lassen.

Am Samstagmorgen trieben erneut kleinere Mengen verendeter Fische im Wasser. Sie wurden mit einem Saugwagen des städtischen Tiefbauamtes entfernt, außerdem waren erneut zahlreiche Freiwillige vom Fischereiverein Frühauf Münster mit Keschern unterwegs, um tote Fische einzusammeln.

Bis Freitag schon mehr als 20 Tonnen tote Fische

Ein Mann steht mit einem Käscher am Ufer und fischt nach toten Fischen.

Die Fische mussten mit Keschern eingesammelt werden

Bis Freitag waren mehr als 20 Tonnen tote Fische eingesammelt worden. Es muss davon ausgegangen werden, dass der größte Teil der Fische in dem aufgeheizten Gewässer erstickt ist, dessen Zuflüsse wegen der Trockenheit fast versiegt sind.

Umweltdezernent: Folge des Klimawandels

Ein "Herzstück des Ökosystems der Stadt hat einen Infarkt erlitten", sagte Umweltdezernent Matthias Peck. Das sei eine Folge des Klimawandels. Man werde sich darauf einstellen müssen, dass es in Zukunft öfter vergleichbare Situationen geben werde.

Lebende Fische am Freitag gesichtet

Ein kleiner Lichtblick in der Katastrophe: Am Freitagabend konnten Mitglieder des Fischereivereins noch lebende Fische im See beobachten. Diesen soll der Einsatz der Pumpen helfen. Welchen Effekt sie für den Sauerstoffwert des Wassers bringen, wird sich in ein paar Tagen zeigen.

Stand: 12.08.2018, 15:58