Feuerwehr Lüdenscheid: Streit erst mal vom Tisch

Konkurrenzkampf um Feuerwehrkräfte 01:29 Min. Verfügbar bis 08.04.2020

Feuerwehr Lüdenscheid: Streit erst mal vom Tisch

Von Heiko Dolle

  • Einigung im Lüdenscheider Feuerwehr-Streit
  • Notfallsanitäter sollen besser bezahlt werden
  • Reaktion auf Abwerbeprämien anderer Städte

Der Streit um die Einsatzbereitschaft der Lüdenscheider Feuerwehr ist erst mal vom Tisch. Im Rat haben sich am Montagabend (08.04.2019) alle Fraktionen darauf geeinigt, dass zum Beispiel Notfallsanitäter bei der Feuerwehr besser bezahlt werden sollen.

So will man im Konkurrenzkampf um Feuerwehrleute mit anderen Städten besser aufgestellt sein. Außerdem soll die Verwaltung schnellstmöglich ein Konzept erarbeiten, wie der Lohn der Feuerwehrleute angehoben werden kann.

Kaum Interesse an freien Stellen

Aktuell fehlen der Feuerwehr Lüdenscheid 14 Brandmeister und Inspektoren. Doch kaum jemand interessiert sich für die freien Stellen. Stattdessen wird befürchtet, dass noch mehr Feuerwehrleute kündigen. Die Feuerwehren in Dortmund, Hagen oder Iserlohn zahlen mehr.

Wegen der Personalprobleme müssen die Lüdenscheider Feuerwehrleute viele Überstunden schieben. Feuerwehrchef Martin Walter hat deshalb einen Hilferuf an Verwaltung und Politik geschickt. Er befürchtet, dass die Lüdenscheider Feuerwehr "Mitte November kein Fahrzeug mehr besetzt hätte".

Gewerkschaften kritisieren Abwerbe-Praxis

Gewerkschaften kritisieren die unterschiedlichen Einstufungen bei Feuerwehr und Rettungsdienst zwischen Nachbarstädten schon länger. In ganz NRW versuchen sich die Städte immer häufiger Personal gegenseitig abzuwerben.

Zwei Feuerwehrleute ziehen sich ihre Schutzanzüge an.

14 freie Stellen gibt es momentan.

"Es gibt mittlerweile Kommunen, die bieten Pauschalen an oder die sagen, pass mal auf, wenn Du mir einen Notfallsanitäter bringst, dann gibt es 5.000 Euro," berichtet Valentino Tagliofierro von der Fachgewerkschaft Komba.

Höhere Einstiegsgehälter für Notfallsanitäter

In der Stadtverwaltung Lüdenscheid hat man das Problem erkannt und ein Maßnahmenpaket geschnürt, um die Probleme zu lösen. Demnach könnten etwa Pensionäre, Mitarbeiter privater Krankentransport-Unternehmen und Hilfsorganisationen die Lücke zum Teil ausfüllen. Das schlägt die Verwaltung vor.

Stand: 09.04.2019, 13:34