Nach 15 Jahren Festnahme im Steinfurter Mordfall

Nach 15 Jahren Festnahme im Steinfurter Mordfall

  • DNA-Abgleich bringt Polizei auf die Spur
  • Staatsanwaltschaft Münster beantragt Auslieferung
  • Tatverdächtiger war in Paris untergetaucht

Rund 15 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Münsteranerin in Steinfurt hat die Polizei in Frankreich einen Tatverdächtigen festgenommen. Dem Mann war in Paris eine Speichelprobe entnommen worden, nachdem er eine junge Frau mit einem Messer angegriffen hatte. Ein DNA-Abgleich führte dann zu einem Treffer, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag (10.08.2018) in Münster erklärte.

Auslieferung beantragt

A gendarme is pictured during a visit of French Interior Minister on March 9, 2018 in Balma

Die französische Polizei nahm den Verdächtigen in Paris fest

"Wir haben die Auslieferung des 47-Jährigen auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls eingeleitet", sagte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape. Wann der Mann nach Deutschland komme, sei offen. Üblicherweise werde zuerst das Verfahren in Frankreich beendet, so die Staatsanwaltschaft. Vor 15 Jahren war die Fahndung nach dem Mann im Münsterland erfolglos geblieben.

Tatverdächtiger entkam 2003

Im April 2003 hatten Polizisten in dem Naherholungsgebiet Bagno bei Steinfurt die Leiche einer 37-jährigen Frau gefunden. Sie war an zahlreichen Stichverletzungen gestorben. Unter Verdacht stand der ehemalige Lebenspartner des Opfers. Der Münsteraner tauchte unter, die Fahndung nach ihm blieb jahrelang erfolglos. Nach jetzigen Ermittlungen der Polizei lebte der Tatverdächtige in den vergangenen Jahren mit gefälschten Personalien in Paris.

Stand: 10.08.2018, 14:57