Olpe: Feriengäste nerven Nachbarn

Ärger um Doppelhaushälfte als Ferienwohnung 03:17 Min. Verfügbar bis 15.07.2020

Olpe: Feriengäste nerven Nachbarn

Von Mike Külpmann

  • Doppelhaushälfte wird als Ferienwohnung genutzt
  • Nachbarn leiden unter Lärmbelästigung
  • Ferienwohnungen in Mischgebieten erlaubt

Die Feriengäste nebenan feiern, die Nachbarn kommen nicht zur Ruhe. Die provisorischen Schilder an der Gartenhecke sprechen für sich: "Hier sind keine Ferienwohnungen", steht da. Die in Klarsichtfolie gesteckten Din A4-Blätter sind Ausdruck schierer Verzweiflung, denn regelmäßig klingeln Fremde bei Andrea und Markus Kruse aus Olpe-Oberveischede – auch nach 22 Uhr: "Die wollen dann wissen, wie der PIN-Code für die Appartements nebenan lautet", erzählt Markus Kruse. Die Doppelhaushälfte ist komplett in Hand von Kurzurlaubern.

Viele späte An- und Abreisen der Tagesgäste

Seit ihr Nachbar auf Portalen wie "Air BnB", "Booking.com" oder "Expedia" inseriert, ist es für die Kruses mit der Nachtruhe vorbei. 33 An- und Abreisen haben die beiden in den vergangenen 42 Tagen gezählt. Viele Gäste sind offenbar auf der Durchreise, bleiben nur eine Nacht, duschen spät oder setzen sich in den Garten. "Das kriegen wir alles mit. Die Wände sind dünn, der Garten grenzt direkt an unseren. Im Sommer ist vor Mitternacht an Schlaf kaum zu denken", sagt Markus Kruse.

Klage vor dem Verwaltungsgericht blieb ohne Erfolg

Nahaufnahme Schild der Nachbarn

Rein juristisch ist dem Treiben kaum beizukommen. Die Stadt Olpe hat die Umnutzung der Wohnungen in Ferienappartements genehmigt, nachdem der Besitzer Auflagen erfüllte: Parkflächen, Brandschutz, ausreichende Sanitäranlagen. Eine Klage dagegen vor dem Verwaltungsgericht hatte keinen Erfolg. Jetzt wollen die Kruses  zivilrechtlich gegen den Lärm vorgehen, führen Protokoll über alle An- und Abreisen und besondere Vorkommnisse – etwa, dass einmal Gäste im Garten beim Grillen einen Plastikstuhl angezündet haben.

Ferienwohnungen sind in Mischgebieten grundsätzlich erlaubt

"Solche Dinge zu unterbinden sind schwierig", sagt Verwaltungs- und Baurechtler Florian Schell aus Siegen. Das Wohngebiet der Kruses gilt als Mischgebiet. Gewerbliche Nutzungen wie Ferienwohnungen sind dort grundsätzlich erlaubt. Die Kruses wollen jetzt versuchen, zumindest späte Anreisen und nächtliche Feiern zu unterbinden. "Eigentlich wollten wir in unserem Haus alt werden", sagt Andreas Kruse. Im Augenblick hat er Zweifel, ob dieser Wunsch in Erfüllung geht.

Stand: 15.07.2019, 10:31