Streit um Hausdämmung in Münster

Verwaltungsgericht Münster: Fassadendämmung behindert Bürgersteig Lokalzeit Münsterland 11.11.2019 02:41 Min. Verfügbar bis 11.11.2020 WDR Von Christian Schweitzer

Streit um Hausdämmung in Münster

  • Hausfassade schmälert Bürgersteig
  • Stadt verlangt Abbau
  • Streit endet mit Vergleich
Zollstock auf Bürgersteig

Der Bürgersteig wurde 15 cm schmaler

Das Verwaltungsgericht in Münster hat sich am Montag (11.11.2019) mit der Dämmung einer Hausfassade in Münster beschäftigt. Kontrolleure der Stadt Münster hatten nach der Sanierung eines Mehrfamilienhauses festgestellt, dass der Gehweg dort nicht mehr 1,27 m sondern nur noch 1,12 m breit ist.

Hauskante auf dem Bürgersteig

Die Fassade "ragt" in den Bürdersteig

Die Stadt verlangte den Abbau der Dämmung. Ihr Argument: Das Haus stehe im Innenstadtbereich, wo viele Menschen unterwegs seien. Außerdem sei der Bürgersteig dort auch Schulweg, denn es befinde sich eine Schule in der Nähe.

Gehweg-Sicherheit oder Klimaschutz

Rechtsanwalt Norbert Burke

Rechtsanwalt Burke hoffte auf ein Grundsatzurteil

Die Hauseigentümerin ging vor Gericht. Die Abbauforderung wäre nur gerechtfertigt, wenn Bürger durch die dickere Wand "wesentlich beeinträchtigt" wären. "Wir sind der Meinung, dass das das nicht der Fall ist", so ihr Anwalt Norbert Burke. Nach der Bauordnung des Landes sei die Dämmung so eigentlich zulässig.

Doch dagegen steht wohl das Straßen- und Wegerecht des Landes. Und so endete die Verhandlung mit einem Vergleich. Im unteren Teil muss "zurückgebaut" werden: Bis zu einer Höhe von 1,50 m muss die Wand - also die Dämmung - wieder um 10 cm schmaler werden.

Stand: 12.11.2019, 12:27