Farbbeutel-Attacke auf Laden von AfD-Politiker in Münster

Die frontseite einer Durckerei ist mit roter Farbe bespritzt

Farbbeutel-Attacke auf Laden von AfD-Politiker in Münster

  • Geschäft von AfD-Ratsherr betroffen
  • Polizeilicher Staatsschutz ermittelt
  • Parole gegen AfD

Der Staatschutz der Polizei ermittelt wegen einer Farbbeutel-Attacke auf einen Textilladen in Münster. Das Geschäft gehört dem AfD-Ratsherren Martin Schiller, der für seine Partei auch für das Europäische Parlament und den Bundestag kandidiert hatte.

Ein Mann wischt mit einem Lappen rote Farbe von einem Schaufenster

Noch am Mittag begannen Mitarbeiter mit den Säuberungsarbeiten

Am Montagmorgen (09.09.2019) gegen fünf Uhr waren vermutlich Beutel mit roter Farbe gegen das Wohn-und Geschäftshaus, vor allem gegen die Schaufensterscheibe geworfen worden. Dabei trafen einige Farbspritzer auch die Fenster der Wohnung im ersten Stock. Außerdem wurden mit schwarzer Farbe unleserliche Schriftzüge auf die Scheiben gesprüht und auf den Gehweg "Pack AfD".

Politisches Motiv vermutet

Die Polizei sucht Zeugen und ermittelt nach eigenen Angaben "in alle Richtungen". Wegen der Parole auf dem Gehweg wurde auch die Staatsschutzabteilung der Polizei eingeschaltet, die für politisch motivierte Straftaten zuständig ist.

AfD-Politiker fordert Reaktion

Er sei "traurig und entsetzt" kommentierte der AfD-Politiker die Farb-Attacke auf seinen Laden. Das sei jetzt schon das vierte oder fünfte Mal, aber so schlimm wie diesmal sei es bisher nicht gewesen. Er vermisse den Aufschrei anderer Politiker wie beispielsweise Oberbürgermeister Markus Lewe, "sich eindeutig zu bekennen und zu sagen: So etwas geht gar nicht."

Der CDU-Fraktionsvorsitzende in Münsters Rat, Stefan Weber, bezeichnete den Farbanschlag als "inakzeptabel", er erschwere "die notwendige politische Auseinandersetzung mit der AfD." Auch andere Politiker verurteilten die Tat scharf, darunter auch Stefan Orth von den Grünen, der selbst Demonstrationen gegen Rechts organisiert hat. Er sagte der WDR: "Man kann nicht für Demokratie einstehen, für Werte einstehen und auch Hetze verurteilen und gleichzeitig dann irgendwelche Straftaten begehen und meinen, das wäre ein politisch legitimes Mittel. Das ist nicht legitim."

Laden von AFD-Politiker beschmiert Lokalzeit Münsterland 09.09.2019 02:17 Min. Verfügbar bis 09.09.2020 WDR Von Rolf Heutmann

Stand: 10.09.2019, 10:01