Bielefeld: Urteil über falsche Polizeibeamte für Millionen-Betrug

Hinweisschild vor dem Landgericht Bielefeld

Bielefeld: Urteil über falsche Polizeibeamte für Millionen-Betrug

Am Landgericht Bielefeld ist am Montag das Urteil in einem Betrugsprozess gefallen. Die zwei angeklagten Frauen haben als Mitglieder einer Betrügerbande eine Rentnerin um ihr Million-Vermögen gebracht.

Im Prozess um den Betrug durch sogenannten "falsche Polizeibeamte" hat das Landgericht Bielefeld am Montag zwei Frauen zu viereinhalb und knapp drei Jahren Haft verurteilt. Die beiden angeklagten Frauen haben vor Gericht gestanden, Taschen mit Bargeld, Goldbarren und Münzen von einer Bielefelder Rentnerin angenommen zu haben.

Vermögen im Wert von einer Million Euro erbeutet

Die falschen Polizeibeamten sollen von der Türkei aus ältere Menschen angerufen und sie gewarnt haben, dass ihr Vermögen in Gefahr sei. Auf die Masche fiel die Rentnerin aus Bielefeld herein und händigte den angeklagten Frauen, die als „Abholerinnen“ agierten, Wertsachen im Wert von einer Million Euro aus.

Diese wurden von den Frauen dann an einen Kurier aus der Türkei übergeben. Hier sollen die Edelmetalle eingeschmolzen worden sein. Für das Gericht fiel dieser Fall unter gewerbsmäßigen Bandenbetrug.

Hintermänner in der Türkei noch unbekannt

Um an die Hintermänner zu kommen, bat die Staatsanwaltschaft die türkischen Behörden im Prozesses um Mithilfe. Eine Kopie dieses Schreibens nahm eine der Angeklagten ihrem Verteidiger weg und warnte die Komplizen. Seitdem sitzt sie wieder in Untersuchungshaft.

Stand: 21.09.2020, 19:33