Explosion in Ibbenbüren gezielt herbeigeführt

Explosion in Ibbenbüren gezielt herbeigeführt

  • Mieter soll Propangasflasche manipuliert haben
  • 49-Jähriger wollte sich offenbar das Leben nehmen
  • Beschuldigter konnte noch nicht vernommen werden

Die Explosion in der Nacht zum Neujahrstag in einem Wohnhaus in Ibbenbüren ist absichtlich herbeigeführt worden. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag (02.01.2020) mit. Demnach hat ein 49-jähriger Bewohner eine Propangasflasche manipuliert, so dass es zu der Explosion kam.

Die Ermittler beziehen sich auf die Untersuchungen eines Brandsachverständigen. Der 49-Jährige habe sich das Leben nehmen wollen, glauben Staatsanwaltschaft und Polizei.

Mit lebensgefährlichen Verletzungen in Spezialklinik

Der Mann, der eine Einliegerwohnung im Keller des Gebäudes gemietet hatte, war bei der Detonation lebensgefährlich verletzt worden. Er wird weiterhin in einer Spezialklinik behandelt. "Nur durch Glück wurden keine weiteren Menschen schwer verletzt oder getötet", sagte der Leiter der Mordkommission, Ulrich Bux.

Bewohner retten sich ins Freie

Mehrere Bewohner und Besucher des Gebäudes waren nach der Detonation ins Freie gelaufen. Eine junge Frau erlitt leichte Schnittverletzungen an den Händen. Das Wohnhaus ist einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar. Auch benachbarte Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen.

"Wir ermitteln wegen versuchten Mordes gegen den 49-Jährigen, da er durch das Herbeiführen der Explosion auch den Tod der anderen Bewohner billigend in Kauf genommen hätte", erläutert Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape in Münster. Warum sich der Mann das Leben nehmen wollte, ist noch unklar.

Stand: 02.01.2020, 11:34