Doch kein Atommüll-Lager in Würgassen?

Ehemaliges Atomkraftwerk Würgassen

Doch kein Atommüll-Lager in Würgassen?

Ein Formfehler könnte den Bau des geplanten Atommüll-Zwischenlagers in Würgassen erheblich verzögern - oder sogar stoppen. Es geht um eine Frist, die vom Betreiber der Anlage offenbar versäumt wurde.

Damit das Zwischenlager für schwach- bis mittelstark verstrahlte Nuklear-Abfälle in Würgassen entstehen kann, muss die bundeseigene Betriebsgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) gegen die bestehende Regionalplanung Widerpruch einlegen - und zwar innerhalb einer Frist von sechs Monaten. Beide Seiten sind sich aber uneinig, wann diese sechs Monate begonnen haben und damit auch: Wann die Frist geendet hat.

Bezirksregierung: Lager keine zulässige Nutzung!

Die Bezirksregierung Detmold als zuständige Behörde hat der BGZ jetzt mitgeteilt, dass der Widerspruch zu spät eingegangen sei, und lehnte den Antrag ab. Die in Frage kommende Fläche sei für Kraftwerke und einschlägige Nebenbetriebe gewidmet. Die Nutzung als Lager- und Umschlagplatz für jegliche Abfälle gehöre nicht zu den zulässigen Nutzungen, unabhängig davon, ob der Abfall radioaktiv ist oder nicht, heißt es in einer Stellungnahme am Mittwoch.

Das könnte das Aus für das geplante Atom-Zwischenlager in Würgassen sein.

BGZ bleibt bei Planung

Aber die BGZ will am Atommülllager im Kreis Höxter festhalten. Man sehe keinen Anlass, die Planungen für dieses "gesamtgesellschaftlich so wichtige Vorhaben zur Vollendung des Atomausstiegs zu ändern", heißt es in einer ersten Stellungnahme der Gesellschaft. Zuvor hatte sie mitgeteilt, ihr Widerspruch gegen den Regionalplan sei von der Bezirksregierung zurückgewiesen worden mit dem Hinweis, dieser sei zu spät eingegangen. Man weise den Vorwurf versäumter Fristen zurück, betonte das Unternehmen in Essen.

Gegen das geplante Zwischenlager kämpfen Politiker aller Parteien und eine Bürgerinitiative.

Stand: 11.11.2020, 14:52