Sexualisierte Gewalt: Opferzahl in der Ev. Kirche von Westfalen steigt

Sexualisierte Gewalt: Opferzahl in der Ev. Kirche von Westfalen steigt

  • Zahl der Fälle steigt
  • 305.000 Euro seit 2014 gezahlt
  • Besser Schulungen in Gemeinden, Schulen und Ämtern

Bei der Landessynode in Bielefeld (17. bis 20.11.2019) hat die evangelische Landeskirche von Westfalen einen ersten Zwischenbericht zu sexualisierter Gewalt in der Kirche vorgestellt. Konkrete Zahlen über Missbrauchsopfer oder Fälle von sexueller Gewalt nannte die Kirche nicht. Noch gebe es keine Meldepflicht und entsprechende Kriterien, nach denen Fälle definiert und gezählt werden könnten, so die zuständige Mitarbeiterin der Evangelischen Landeskirche, Daniela Fricke. Aber die Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle und Kontaktaufnahmen nehme zu, heißt es in dem Bericht.

60 Anträge auf Anerkennung seit 2014 bewilligt

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat für die Anerkennung von Leid seit 2014 nach eigenen Angaben bereits 305.000 Euro gezahlt. 60 Anträge auf Leid seien in der Kirche und der Diakonie anerkannt worden. Außerdem habe sie mehrfach Therapien mit jeweils bis zu 10.000 Euro unterstützt. Darüber hinaus hat die Kirche für weitere mögliche Zahlungen in diesem Jahr noch 250.000 Euro vorgesehen.

"Sexualisierte Gewalt kein Tabu-Thema mehr"

Ein Grund für die steigenden Fallzahlen vermutet die Kirche darin, dass das Thema aus der Tabuzone komme und es in der Kirche mehr Ansprechpersonen und eine zentrale Anlaufstelle gebe. Dafür sollen rund 30 hauptamtliche Ansprechpartner und Multiplikatoren ausgebildet werden. Sie sollen anschließend Menschen in Gemeinden, Schulen und Ämtern schulen.

Stand: 19.11.2019, 15:06