Unternehmer rufen zur EU-Wahl auf

Europawahl: Wirtschaft profitiert von EU Lokalzeit Südwestfalen 25.04.2019 03:05 Min. Verfügbar bis 25.04.2020 WDR

Unternehmer rufen zur EU-Wahl auf

Von Ida Haltaufderheide

  • Berghoff und Kabelschlepp profitieren von EU
  • Besonders wichtig: freier Handel und stabile Währung
  • Arbeitsplatz-Sicherheit durch Europa

Die mittelständische Industrie profitiert besonders vom europäischen Binnenmarkt, sagen Firmenchefs in Südwestfalen. Zwei Beispielen aus Drolshagen und Wenden zeigen, wie wichtig die Europawahl am 26. Mai 2019 für die Industrie ist:

Europawahl: Wirtschaft profitiert von EU

Die Firma Berghoff aus Drolshagen macht 50 Prozent ihres Umsatzes in der EU.

Exportorientierte Unternehmen wie Berghoff aus Drolshagen machen 50 Prozent ihres Umsatzes in der EU, bei Tsubaki Kabelschlepp in Wenden sind es sogar 75 Prozent. Damit ihre Geschäfte weiter reibungslos laufen, rufen sie jetzt zur Europawahl auf.

Lieferungen von Wenden in die ganze EU

 "Wenn es die EU nicht gäbe, würde vieles teurer werden", sagte Kabelschlepp-Geschäftsführer Henning Preis dem WDR. "Der Markt würde kleiner, das Volumen geringer und gegebenenfalls würden auch Arbeitsplätze wegfallen."

Derzeit kann Kabelschlepp von Wenden aus die komplette EU beliefern, ohne Zoll- und Handelsbarrieren und ohne weitere teure Produktionsstandorte in Europa. Seit mehr als 60 Jahren behauptet sich das Unternehmen auf dem Weltmarkt.

Sicherheit für Arbeitsplätze in der Region

Europawahl: Wirtschaft profitiert von EU

Tsubaki Kabelschlepp hat rund 700 Mitarbeiter - knapp die Hälfte arbeitet am Standort Wenden.

700 Mitarbeiter sorgen für 90 Millionen Euro Jahresumsatz. Knapp die Hälfte von ihnen arbeitet am Standort Wenden. Ohne die Europäische Union sähen diese Zahlen anders aus, so Preis.

Bei Berghoff in Drolshagen hat man schon Erfahrungen damit gemacht, welche Komplikationen ein Produktionsstandort außerhalb der Komfortzone EU mit sich bringen kann.

Komplizierte Transportwege ohne Abkommen

Die Firma entwickelt Hochpräzisionsteile für den Maschinenbau und produziert in Deutschland, den USA und in der Schweiz. Einmal musste sie Maschinen von dort ins Sauerland zurückholen – mit enormen Konsequenzen.

Weil ein steuerliches Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland fehlte, musste der Rückruf über Luxemburg laufen. Für diesen Umweg habe man eine Zwischenfirma gründen müssen, erinnert sich Oliver Bludau, Inhaber von Berghoff Drolshagen: "Ein irrer Aufwand, den wir da betreiben mussten."

Gemeinsame Währung schafft Stabilität

Europawahl: Wirtschaft profitiert von EU

Oliver Bludau, Inhaber Berghoff Drolshagen

In einem anderen Fall gingen der Firma wegen einer Währungsschwankung zwei Millionen Euro verloren, so Bludau. Mit der tatsächlich erbrachten Leistung habe das nichts zu tun gehabt.

Innerhalb der Eurozone fallen solche Risiken weg. Die Unternehmer fordern deshalb dazu auf, unbedingt zur Europawahl zu gehen und damit die Europäische Union zu sichern.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag (29.04.2019) wollen IHK, Handwerkskammer, Gewerkschaften und Arbeitgeber die Bedeutung der EU für Südwestfalen darstellen.

Stand: 25.04.2019, 18:18