Essstörungen: Wege aus dem Teufelskreis

Essstörungen: Wege aus dem Teufelskreis

Von Julia Arns

  • Junge Menschen mit Essstörungen gehen an Öffentlichkeit
  • Neue Social-Media-Redaktion in Siegen
  • Themenwoche mit Austellung und Vorträgen in Siegen

In der Therapieeinrichtung LaVie in Siegen berichten junge Frauen und Männer mit Essstörungen jetzt selbst darüber, was ihnen am besten hilft. Gemeinsam gestalten sie Videobeiträge und veröffentlichen sie in sozialen Netzwerken. Vom 01. bis 11.10.2018 gibt es außerdem im Siegener Krönchencenter eine Austellung und Vorträge über Essstörungen.

Hungern, Erbrechen, Essanfälle - die Essstörung hat viele Gesichter, sagen die Leute von LaVie. Die Erkrankung mit dem höchsten Todesfallrisiko bei Kindern und Jugendlichen hat verschiedene Auslöser. Und eins sei klar: Wer einmal in den Teufelskreis hineingeraten ist, kommt alleine kaum wieder raus. 

Betroffene brauchen professionelle Hilfe

Diese Erfahrung hat auch Vera Klinkhammer aus Siegen gemacht. Sie arbeitet in der Social-Media-Gruppe mit. Seit zehn Jahren kämpft sie gegen ihren Körper und will aufklären. "Wenn man merkt, dass das Essverhalten zum Zwang wird, sollte man sich einer Person anvertrauen, z.B. Eltern oder Freunden", rät sie.

"Sie können helfen, eine spezialisierte Beratungsstelle zu finden. Denn damit sind wir als Betroffene schnell überfordert. Hausärzte kennen sich mit dem Thema oft nicht gut genug aus, und nur eine Therapie hilft auch nicht jedem", meint Vera.

Selbstportrait einer Frau mit Essstörung

Selbstportrait einer Frau mit Essstörung

Die 25-Jährige wird in der auf Essstörungen spezialisierten Einrichtung LaVie in Siegen betreut. Sie bietet Einzelgespräche, Alltagsbegleitung, Ernährungsbetreuung und Körperwahrnehmung. Diese Bausteine sollen helfen. Und Vera glaubt, dass das funktioniert.

Verdacht auf Essstörung ansprechen

"Wichtig ist, den oder die Betroffene bei Verdacht auf Essstörung feinfühlig anzusprechen. Zum Essen zwingen funktioniert nicht. Angehörige können nur da sein und unterstützen, sofern sie sich das zutrauen", sagt Vera. "Denn professionelle Hilfe ist kaum zu ersetzen."

Stand: 01.10.2018, 15:44