Eschenbach: Dorf rettet Kindergarten

Peter Klein (rechts) und Thomas Schachtschneider beugen sich über einen Bauplan

Eschenbach: Dorf rettet Kindergarten

Von Gerrit Saßmann

  • Genossenschaft für Kindergarten gegründet
  • Gebäude von Stadt Netphen übernommen
  • Eigenkapital und Eigenleistung

Arbeitseinsatz in Eschenbach bei Netphen: Über 30 Dorfbewohner sind am Samstag (26.01.2019) gekommen. Sie legen bei der U3-gerechten Sanierung ihres Kindergartens selbst Hand an, reißen Wände ein, stemmen Treppen weg, schaffen Schutt raus.

Die Stadt Netphen hatte zunächst andere Pläne. Sie suchte einen Investor, der nach dem Abriss des Gebäudes einen neuen Kindergarten bauen sollte. Als nach einem Jahr jedoch niemand Interesse zeigte, sprangen die Eschenbacher selbst ein und gründeten eine Genossenschaft.

Sanierung statt Abriss  

Männer tragen Schutt aus Gebäude, davor Abfallcontainer

Gebäude von der Stadt übernommen

Peter Klein, Dorfbewohner und Bauingenieur, sah eine Chance, den Kindergarten zu sanieren: Die Genossenschaft übernimmt das Gebäude von der Stadt , finanziert den Umbau und vermietet es an den Träger des Kindergartens. Damit überzeugte er nicht nur junge Familien, sondern auch viele andere Eschenbacher. "Das Genossenschaftsmodell steht für Teilhabe und Mitbestimmung", begeistert sich Klein. Für ihn ist der Kindergarten eine Investition in die Zukunft des Dorfes. 

Vertrag für 20 Jahre

Mann schlägt mit Borhammer Putz ab

Reinhold Jüngst - einer von gut 30 Freiwilligen

89 Eschenbacher machten mit, zeichneten stimmberechtigte Anteile von 1.000 Euro. Insgesamt 226.000 Euro kamen so als Eigenkapital zusammen. Geld, mit dem jetzt die Sanierung in Angriff genommen wird. Nach zehn bis 15 Jahren könnte ein zusätzlich erforderliches Darlehen zurückgezahlt sein. Dann würde sich das finanzielle Engagement sogar noch rechnen. Denn der Träger des Kindergartens hat schon einen Mietvertrag für 20 Jahre unterschrieben. 

Stand: 28.01.2019, 08:34