Die Liebe des Mönchs zum Eurovision Song Contest

Der Benediktiner und der ESC 04:05 Min. Verfügbar bis 14.05.2020

Die Liebe des Mönchs zum Eurovision Song Contest

Von Katja Brinkhoff

Bruder Benedikt ist Mönch in der Mescheder Abtei Königsmünster. Er hat ein Hobby, das man in einem Kloster nicht vermuten würde: Er ist leidenschaftlicher Fan des ESC.

Der 46jährige erinnert sich an den Beginn seiner Leidenschaft. Das war am 9. Mai 1987. Mit gerade einmal 15 Jahren hatte er sich unsterblich in Kate Gulbrandsen verliebt. Die Sängerin vertrat damals Norwegen beim Eurovision Song Contest in Brüssel.

"Sie trat auf die Bühne, begann zu singen und hatte mit ihren Lied ‚Mitt Liv‘ mein Herz sofort erobert", erzählt Bruder Benedikt. Der sogar den Plan hatte, nach Norwegen auszuwandern. Um seinem Star ganz nah zu sein. Dazu kam es nicht.

Wandelnde ESC-Datenbank

"Bei keinem anderen Wettbewerb hat man die Möglichkeit, zum Beispiel ein lettisches Lied zu hören und dann sofort ein italienisches", beschreibt Bruder Benedikt seine Faszination für den Eurovision Song Contest. "Diese Vielzahl von Sprachen und Musikrichtungen macht für mich den europäischen Gedanken aus."

Bruder Benedikt an der Treppe

Benedikt vor der Abtei

Bruder Benedikt ist inzwischen so etwas wie eine wandelnde ESC-Datenbank. Es gibt nichts, was er nicht weiß über den europäischen Musikwettbewerb. Im Kloster ist er für die Jugendarbeit zuständig. Und auch hier nutzt ihm seine Begeisterung für den ESC: "Über die Texte der Lieder komme ich mit den Jugendlichen ins Gespräch. Es ist nicht immer der schnulzige Schlager. Oft stecken Lebensweisheiten darin."

Beim Vorentscheid für den Song aus Deutschland

Carlotta Truman und Laurita Spinelli auf der Bühne

S!sters

In diesem Jahr ging für den Ordensbruder aus Meschede ein Traum in Erfüllung. Er saß beim Vorentscheid für das deutsche Lied in Tel Aviv in der 100köpfigen Jury. Das Duo S!sters wird mit dem Song 'Sister' in Israel antreten.

"Gewinnen werden wir nicht", glaubt Bruder Benedikt. Doch er hofft, "dass wir irgendwo im guten Mittelfeld landen." Das müsste doch klappen – mit geistlichem Beistand aus Meschede.

Stand: 14.05.2019, 06:58