Burbach-Skandal: Erste Urteile wegen Misshandlungen

Erste Urteile im Burbach-Prozess erwartet Aktuelle Stunde 11.12.2018 02:03 Min. Verfügbar bis 11.12.2019 WDR Von Fritz Sprengart

Burbach-Skandal: Erste Urteile wegen Misshandlungen

  • Drei erste Urteile im Burbach-Prozess
  • Vorwurf: Jahrelange Misshandlungen in Flüchtlingsunterkunft
  • Ein Jahr Haft auf Bewährung für Wachmann

Im Fall der monatelangen systematischen Misshandlungen in einem Flüchtlingsheim in Burbach hat das Landgericht Siegen am Dienstag (11.12.2018) erste Urteile ausgesprochen.

Einer der angeklagten Wachmänner, der bereits ein Geständnis abgelegt hatte, wurde zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Der heute 28-Jährige sei an sechs Fällen von Freiheitsberaubung von Flüchtlingen in der Unterkunft in Burbach beteiligt gewesen. In zwei Fällen hatte er selbst zugeschlagen oder zugetreten.

Ein Sozialbetreuer wurde wegen Freiheitsberaubung in drei Fällen zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt. Eine Wachfrau bekam eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 15 Euro. Sie wurde wegen Freiheitsberaubung in zwei Fällen verurteilt.

Verfahren wurden abgetrennt

Insgesamt sind in dem Verfahren 28 Beteiligte angeklagt. Um die Urteilssprüche gegen die drei bereits geständigen Angeklagten zu beschleunigen, war der Prozess gegen sie vom großen, seit November laufenden Hauptverfahren abgetrennt worden.

Nach Ansicht des Gerichts waren die drei Teil eines eigenmächtigen Bestrafungssystems, das Wachleute und Betreuer über mehr als vier Jahre in der Flüchtlingsunterkunft praktiziert haben sollen. Demnach wurden Asylbewerber, die angeblich gegen die Hausordnung verstoßen hatten, in einem sogenannten Problemzimmer eingesperrt. Auch seien Flüchtlinge immer wieder geschlagen, gedemütigt und schikaniert worden.

Strafmildernd wertete das Gericht bei den ersten drei Urteilen die Geständnisse der Angeklagten und ihre fehlende Ausbildung.

Stand: 11.12.2018, 13:23