Sicherheitsfirma soll Hunde in Warendorf gequält haben

Tierquälerei: Bei der Bundeswehr? WDR aktuell 14.05.2019 01:43 Min. Verfügbar bis 14.05.2020 WDR

Sicherheitsfirma soll Hunde in Warendorf gequält haben

  • Vorwurf der Tierquälerei auf Bundeswehrgelände
  • Staatsanwaltschaft ermittelt
  • Sicherheitsfirma äußert sich nicht
Das Bundeswehrgelände aus einiger Entfernung

Das Bundeswehrgelände in Milte soll der Tatort gewesen sein

Der Tatort soll ein Bundeswehrgelände in Warendorf sein: Eine private Sicherheitsfirma bewacht die dortige militärische Funkstelle und geht mit Hunden dort auf Streife. Ein früherer Mitarbeiter des Wachunternehmens erhebt schwere Vorwürfe gegen die Firma: "Ich werfe der Sicherheitsfirma Unprofessionalität und Tierquälerei vor!"

Stromhalsbänder und Schläge

Einige Monate hat der 28-Jährige, der anonym bleiben will, selbst für die Sicherheitsfirma auf der Funkstelle der Bundeswehr in Warendorf gearbeitet: "Es wurde mit elektronischen Teletaktgeräten gearbeitet, das ist nach dem Tierschutzgesetz verboten."

Die Kontakte des elektrischen Halsbandes

Elektrische Kontakte am Halsband geben Stromschläge ab

An seinem eigenen Diensthund habe er das zwei Mal erlebt: "Und der Diensthund wurde auch mehrfach geschlagen in meiner Anwesenheit." Teletaktgeräte sind ferngesteuerte Halsbänder, die den Hund per Knopfdruck mit Stromschlägen traktieren. Damit soll den Tieren Gehorsam beigebracht werden.

Tierrechtsorganisation erstattet Strafanzeige

Nachdem die Tierrechtsorganisation PETA von den Vorwürfen erfuhr, erstattete sie Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. "Das Bundesverwaltungsgericht hat schon vor über zehn Jahren entschieden, dass Teletaktgeräte bei Tieren ganz erhebliche Schmerzen und Leiden hervorrufen", sagt Edmund Haferbeck von PETA.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen

Die Staatsanwaltschaft Münster bestätigt, dass sie wegen des möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen eine Mitarbeiterin der privaten Sicherheitsfirma ermittelt. Die Bundeswehr will sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern, sie unterstütze aber die Aufklärung des Sachverhalts.

Die betroffene Sicherheitsfirma, die die Bundeswehrfunkstelle in Warendorf bewacht, hat sich auf detailliertes Nachfragen des WDR bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Stand: 14.05.2019, 20:00