Professoren zeigen Missbrauchsfälle im Bistum Münster an

Professoren zeigen Missbrauchsfälle im Bistum Münster an

  • Anzeige von Strafrechtsprofessoren
  • kircheninterne Untersuchung reicht nicht
  • Bistum will kooperieren

Zur Diskussion über die Forderung, dass auch Staatsanwälte ermitteln sollen

Die Staatsanwaltschaft Münster prüft mehrere Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester im Bistum Münster. Auslöser ist eine Initiative von sechs Strafrechtsprofessoren. Sie stellten Strafanzeige wegen Kindesmissbrauchs gegen Unbekannt, damit die Justiz den Fällen nachgeht, über die das Bistum Ende September berichtet hatte.

Sexueller Missbrauch, Kirche

Es gibt nun eine Strafanzeige wegen Kindesmissbrauchs

Danach sind in den vergangenen Jahrzehnten 450 junge Männer und Frauen im Bistum missbraucht worden. Die Taten sollen 138 Geistliche, meist Priester, begangen haben.

Ermittlungen nicht der Kirche überlassen

"Der Missbrauchsskandal schreit zum Himmel, jetzt wollen wir die Staatsanwaltschaften auf Trab bringen", sagt der Bochumer Professor für Strafrecht, Rolf Dietrich Herzberg. Er ist einer der sechs Juristen, die es nicht länger hinnehmen wollen, dass die katholische Kirche die Fälle bislang nur intern untersucht habe.

Die Juristen wollen, dass 27 Staatsanwaltschaften bundesweit von den Bistümern die Herausgabe der Akten verlangen. In Münster wird die Anzeige nach Angaben der Staatsanwaltschaft derzeit überprüft.

Bistum kündigt Zusammenarbeit an

Porträtbild Stephan Kronenburg

Bistumssprecher Kronenburg kündigte Kooperation an

Der Sprecher des Bistums Münster, Stefan Kronenburg, sagte am Montag (12.11.2018), man werde "in jeder Form, die rechtlich nötig und möglich ist, mit der Staatsanwaltschaft Münster zusammenarbeiten". Am Dienstag werde es dazu ein Treffen zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Generalvikar des Bistum geben, um die weiter Schritte zu besprechen.

Bistum Essen diskutiert Missbrauchsstudie WDR aktuell 07.11.2018 01:25 Min. Verfügbar bis 07.11.2019 WDR Von Carmen Krafft-Dahlhoff, Anke Kückelhaus

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Stand: 12.11.2018, 20:00

Kommentare zum Thema

8 Kommentare

  • 8 Dirk 13.11.2018, 10:51 Uhr

    Endlich, endlich, endlich! Mein Dank gilt den Jura-Professoren!

  • 7 Jürgen 13.11.2018, 08:28 Uhr

    Endlich! Die Kirchen sind kein rechtsfreier Raum, so dass die Verfolgung der Verbrechen durch den Staat zu erfolgen hat. Ich erwarte jetzt sofortige Durchsuchungen und Beschlagnahmungen, bevor die Beweise vernichtet oder in den Vatikan verschoben werden!

  • 6 Bernd Schwitters 13.11.2018, 01:11 Uhr

    Und die katholische Kirche ist eine moralische Institution die Schwangerschaftsabbrüche weiterhin straffrei als "Auftragsmorde" beteichnen darf? Stimmt es übrigens, dass die Richter desBundesverfassungsgerichts in regelmäßigen Abständen sogar in den Vatikan eingeladen werden? In Mexiko wurden des Mißbrauchs - von "weltlichen" Gerichten verurteilte Priester übrigens im Durchschnitt zu 63 Jahren Geföngnis verurteilt! Einer der 13 von 23 Angeklagten katholischen Bischöfen in Chile ist übrigens in Deutschland und pflegt hier seine Gesundheit - wird nicht ausgeliefert! Wie nennt man so etwas?

  • 5 Bernd Schwitters 13.11.2018, 01:00 Uhr

    Wie kann es sein, daß in Deutschland Kindesmißbrauch durch Priester nicht als Offizialdelikt direkt von Staats wegen automatisch verfolgt wird? Ich rate: Staat im Staate, Sonderkirchenrecht, Kirchenrepublik Deutschland! ???? Endlich auch in Deutschland Trennung von Staat und Kirche!

  • 4 Heinzb 12.11.2018, 22:42 Uhr

    Der Schriftleiter mit senem Zensus hat mal wieder zugeschlagen bei meinem Kommentar. Darum pure Zeitverschwendung und eine vorgegauckelte Meinungsfreiheit in den gesteuerten Medien, ist zu vermuten . Nun Schutz durch die Medien gegen Kinderschänder der Kirche.

    Antworten (1)
    • Bernd Schwitters 13.11.2018, 01:14 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 3 Heinzb 12.11.2018, 19:14 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 2 Monika B. 12.11.2018, 15:50 Uhr

    Wann höre ich hier auch mal endlich etwas zu Misshandlungen von Kindern in Moscheen und Koranschulen? Oder sind die etwa tabu?

    Antworten (2)
    • Petra 12.11.2018, 16:44 Uhr

      Und was macht das dann besser hier geht es gerade um die katholische Kirche. Ich behaupte mal dass es Missbrauch leider überall gibt. Sportvereine, evangelische Kirche, katholische Kirche sicher auch in anderen Religionsgemeinschaften...Whataboutism finde ich immer ziemlich fehl am Platz, das Löst keine Probleme sondern lenkt nur von diesen ab. Ich finde es wichtig mit dieser Doppelmoral die in der Kirche herrscht aufzuräumen. Ich als Christ und als Frau fühle mich schon lange nicht mehr gut aufgehoben in der katholischen Kirche und bin deshalb in diesem Jahr ausgetreten.

    • Jonas 12.11.2018, 22:41 Uhr

      Bei Muslimen ist das heiraten von Frauen erlaubt. So müssen sich Imame nicht an kleinen hilflosen Kindern vergreifen... vielleicht sollte die Kirche da mal etwas überdenken...

  • 1 Martin Heiermann 12.11.2018, 13:59 Uhr

    Seit die großen Missbrauchsskandale innerhalb der kathol. Kirche in der Presse erörtert werden, sind sie auch den Staatsanwaltschaften bekannt. Warum bedarf es einer Anzeige von Strafrechtsprozessoren? Das öffentliche Interesse liegt vor. Die Staatsanwaltschaften haben von Amts wegen zu ermitteln! Eine interne Klärung der Kirche ist unzureichend und ersetzt nicht die strafrechtliche Verfolgung.

    Antworten (1)
    • Ert 12.11.2018, 15:39 Uhr

      Viele Staatsanwaltschaften reissen sich nicht gerade um Arbeit. Was im Öffentlichen Interesse liegt kann man auch lang und breit diskutieren. Ein Pkw Fahrer hat vor einiger Zeit mich von der Autobahn zu drängen, Zeugen könnten das bestätigen. Nach meiner Anzeige bekam ich eine Info über die Einstellung des Verfahrens: Begründung; nichts passiert, keiner zu Schaden gekommen, kein Öffentliches Interesse. Also, so ist das in der BRD! Wenn es Leichen gibt wird der "Rechtsstaat" aktiv. Ansonsten steht man allein auf weiter Flur. Der damalige PKW Fahrer hatte dann fünf Monate später einen schweren Unfall verursacht. Naja, so ist das in der BRD.