Geldwäsche-Ermittlungen gegen Münsteraner Juwelier

Ein Koffer voller Euro Banknoten mit hohem Geldwert.

Geldwäsche-Ermittlungen gegen Münsteraner Juwelier

  • Jahrelange Ermittlungen in Geldwäschefall
  • Uhrenverkauf gegen hohe Bargeldsummen
  • Beteiligter in Paris verurteilt

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat ihre jahrelangen Ermittlungen in einem Geldwäsche-Fall auf einen Juwelier aus Münster ausgedehnt. Das hat ein Sprecher der Behörde am Mittwoch (20.11.2019) bestätigt. Insgesamt gebe es Ermittlungen gegen vier Personen. Dabei geht es um den Verkauf von Luxusgütern im Wert von insgesamt 22 Millionen Euro.

Nähere Auskunft, gegen welchen Münsteraner Juwelier ermittelt wird, gibt es zur Zeit nicht. Klar ist aber: Der Juwelier soll teure Uhren gegen hohe Summen Bargeld verkauft und das nicht gemeldet haben. Das Geldwäschegesetz schreibt aber vor, dass Bar-Beträge ab 10.000 Euro den Behörden gemeldet werden müssen.

Geldwäsche mit Luxusuhren

Geldwäsche mit Luxusuhren

Zentrale Figur in dem Fall ist ein aus dem Libanon stammender Münsteraner Uhrenhändler. Er soll als Mitglied einer libanesischen Bande mit Geld aus Drogengeschäften groß eingekauft haben. Bezahlt haben soll er, teilweise mit Plastiktüten voller Bargeld in kleinen Scheinen, unter anderem auch bei dem Juwelier in Münster. Im Libanon wurden die Uhren dann gewinnbringend weiterverkauft.

Prozess in Paris

Der Uhrenhändler wurde in einem Prozess in Paris verurteilt und sitzt inzwischen in Frankreich eine mehrjährige Haftstrafe ab. Mit ihm auf der Anklagebank saßen damals 13 andere Beschuldigte. Mit dem Bargeld aus Drogenverkäufen soll die Bande teure Autos und Schmuck gekauft haben - und eben auch Uhren bei dem Münsteraner Juwelier, der deswegen nun im Visier der Ermittler steht.

Geldwäsche flog bei Kontrollen auf

Aufgeflogen war die millionenschwere Geldwäsche bei Kontrollen an der deutsch-belgischen Grenze. Im Sommer 2015 waren zwei Libanesen gefasst worden, die fast 500.000 Euro in Reisentaschen dabei hatten. Die Bande soll allein im Jahr 2015 zehn Millionen Euro aus Drogenverkäufen gewaschen haben.

Radiofeature in ARD-Audiothek

Um diesen und andere Fälle von Geldwäsche geht es in einem ARD-Radiofeature mit dem Titel "Die Libanon-Connection". Es ist seit Mittwoch in der ARD-Audiothek abrufbar.

Verdacht auf Geldwäsche in Münster: Ermittlungen gegen Juwelier Lokalzeit Münsterland 20.11.2019 02:54 Min. Verfügbar bis 20.11.2020 WDR Von Christian Schweitzer

Stand: 20.11.2019, 20:00