BGH zu Auswilderung von Wisenten

Wisente im Sauerland 00:34 Min. Verfügbar bis 19.07.2020

BGH zu Auswilderung von Wisenten

  • Streit um Wisentprojekt geht weiter
  • BGH in Karlsruhe verkündet Entscheidung
  • Hammer Richter sollen Schälschäden klären

Der Streit um die ausgewilderten Wisente am Rothaarsteig geht weiter. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat ihn am Freitag (19.07.2019) zurück ans Oberlandesgericht Hamm verwiesen. Dort soll genauer geprüft werden, wie umfangreich die Schäden durch die Tiere genau sind.

Der BGH stellte zum einen fest: Die Wisente befinden sich in einer Erprobungsphase zur Auswilderung und sind in dieser Zeit nicht herrenlos. Sie könnten vom Wisentverein notfalls eingefangen werden.

Schäden unter Bedingungen zu dulden

Fahrradfahrerin begegnet Wisent

Ein Wisent am Rothaarsteig

Zum anderen müssten in dieser Zeit die Waldbauern die Schäden an ihren Bäumen dulden, falls sie nicht existenzbedrohend sind. Ob das der Fall ist, soll das OLG Hamm jetzt prüfen. Bis dahin ist das alte Urteil aufgehoben, die Wisente können weiter frei herumlaufen und auch Bäume schälen.

Im Frühjahr hatte es einen Kompromiss mit dem NRW-Umweltministerium gegeben, der darin bestand, dass die Wisente im Staatswald auf Sauerländer Seite eingezäunt werden. Dieser Kompromiss gilt weiterhin, er soll auch unabhängig vom Ausgang des Verfahrens umgesetzt werden.

Wisentverein fordert freie Wisente

Waldbauern hatten gegen das Auswilderungsprojekt geklagt. Im Rechtsstreit geht es darum, ob private Waldbesitzer es dulden müssen, dass die Wisente die Rinden ihrer Bäume abfressen. Dafür werden sie zwar aus einem Fonds entschädigt, doch die Waldbesitzer fürchten langfristige Schäden an ihren Buchenwäldern.

Der Wisentverein aus Bad Berleburg beruft sich auf den Naturschutz. Der verbietet es, Wisente ohne Weiteres einzufangen.

Freie Wisente werden eingezäunt 00:51 Min. Verfügbar bis 27.03.2020

Stand: 19.07.2019, 16:38