Gesperrte Straße in der Bielefelder Altstadt

Versuch "autofreie Altstadt" in Bielefeld vorerst gescheitert: Wie geht's weiter?

Stand: 24.02.2022, 18:50 Uhr

Ein Dreivierteljahr lang waren viele Straßen in der Bielefelder Altstadt für Autos gesperrt. Statt Parkplätzen gab es Sitzmöbel, Tischtennisplatten und Außengastronomie. Nun endet der Versuch.

Weniger Autos, bessere Luft, mehr Platz für die Außengastonomie und Fußgänger - das war der Plan, den die Stadt verfolgt hat. Ab Dienstag soll es in der Altstadt wieder so aussehen, wie vor einem Jahr. Alle Maßnahmen müssen erstmal wieder zurückgebaut werden und der Versuch, die Stadt autofrei zu machen, wird vorerst ausgesetzt.

Gegenwind aus der Bevölkerung

Denn die Pläne stießen nicht bei allen Bürgerinnen und Bürgern auf Zuspruch. Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen räumte am Donnerstag ein: "Wir haben an der Stelle nicht richtig eingeschätzt, wie emotional das Thema ist. (…) Da merkt man, dass man solche Geschichten nicht mit einer knappen 50:50 Basis lösen kann."

Zudem wurde die Sperrung in einem Bereich vom Verwaltungsgericht Minden für rechtswidrig erklärt, die Stadt müsse erst ein detailliertes Konzept erarbeiten.

Wie geht's weiter mit der Bielefelder Altstadt?

00:47 Min. Verfügbar bis 24.02.2023


Künftig Geschwindigkeitsbegrenzungen

Doch für Clausen sei das Projekt nicht beendet. Er wolle weiterhin dafür sorgen, dass die Bedingungen für Gastronomie und Handel in der Altstadt besser werden. Dafür soll die Geschwindigkeit auf 10 km/h gedrosselt werden und Parkplätze sollen für die Außengastronomie genutzt werden.

Langfristig sollen versenkbare Poller den Zugang versperren und nur zu bestimmten Zeiten für den Lieferverkehr eingefahren werden. Innerhalb der kommenden anderthalb Jahre, so Clausen, sollen die neuen Maßnahmen mit einem entsprechenden Konzept umgesetzt werden. Dafür werden in den kommenden Monaten Verkehrsdaten ausgewertet.