Emsdettener wegen illegaler Waffenverkäufe angeklagt

Emsdettener wegen illegaler Waffenverkäufe angeklagt

  • Prozess am Landgericht Kiel
  • Emsdettener ist Geschäftsführer des L&O-Konzerns
  • Staatsanwaltschaft ermittelt seit Jahren

Ein Mann aus Emsdetten muss sich seit Dienstag (26.02.2019) mit zwei weiteren Angeklagten wegen illegaler Waffenverkäufe nach Kolumbien verantworten. In dem Prozess vor dem Landgericht Kiel geht es um die Waffenfirma Sig Sauer. Nach der Anklageverlesung beriefen sich die Angeklagten auf ihr Aussageverweigerungsrecht. Für das Verfahren sind zunächst Termine bis Juni angesetzt.

Staatsanwaltschaft ermittelt seit Jahren

Bereits seit Jahren ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel gegen fünf Verantwortliche der Waffenfirma Sig Sauer. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Eckernförde und gehört zur L&O-Gruppe in Emsdetten. Der Emsdettener ist einer der Geschäftsführer des L&O-Konzerns.

Pistolen nach Kolumbien verkauft?

Der Emsdettener Firmenchef ist einer der fünf Firmenleiter, die sich jetzt vor dem Landgericht Kiel verantworten müssen. Sie sollen illegal mehr als 38.000 Pistolen über die USA in das damalige Bürgerkriegsland Kolumbien verkauft haben. Der Wert der Waffen liegt bei etwa 16 Millionen US-Dollar. Den Angeklagten droht bis zu fünf Jahre Haft.

Terre des Hommes kritisiert Waffenexportvorschriften

Das Kinderhilfswerk Terre des Hommes forderte zum Prozessauftakt eine Verschärfung der deutschen Waffenexportvorschriften an. Der Fall zeige, dass die Bundesregierung "keine Kontrolle" über den Verbleib der exportierten Kleinwaffen habe, teilte die Organisation mit. Die Pistolen hätten niemals in ein Land wie Kolumbien gelangen dürfen. Dort würden schwere Menschenrechtsverletzungen begangen.

Stand: 26.02.2019, 14:21