Münster: Wie sicher ist die elektronische Patientenakte?

Herumdoktern an Symptomen

Münster: Wie sicher ist die elektronische Patientenakte?

In Westfalen-Lippe wird die elektronische Patientenakte getestet. Rund 200 Ärzte sind in den nächsten Monaten dabei. Es gibt aber auch Kritik: Mediziner aus Münster und Umgebung meinen, die medizinischen Daten seien in einer Cloud nicht sicher.

Keine Zettelwirtschaft mehr, kein Hin- und Herschicken von Krankenakten - die Zukunft ist digital. So will es das Bundesgesundheitsministerium. Westfalen-Lippe ist eine der Modellregionen, in der die elektronische Patientenakte in den nächsten Monaten getestet wird. Daran werden rund 200 Ärzte teilnehmen.

Seit dem 1. Januar können gesetzlich Versicherte zum Beispiel ihre Rezepte mit einer App hochladen, wenn sie wollen. In den kommenden Monaten sollen dann Ärzte zunächst testweise Patientendaten speichern.

Patientendaten in einer Cloud

Die Daten sind verschlüsselt und sollen sicher sein. Ziel der Vernetzung: Krankenhäuser, Ärzte und Versicherungen können dann bei Bedarf auf die Daten zugreifen und damit Behandlungen verbessern. Denn alle Patientendaten sollen zentral in einer Cloud gespeichert werden.

Widerstand gegen elektronische Patientenakte

Gerade bei der Speicherung gibt es aber auch Kritik. Im Münsterland haben sich Mediziner und Psychotherapeuten in einer Initiative zusammengeschlossen und wehren sich gegen die elektronische Patientenakte.

Nach Meinung der Allgemeinmedizinerin Simone Coonearn aus Drensteinfurt verstößt die zentrale Speicherung der Patientendaten gegen die ärztliche Schweigepflicht: "Das bedeutet, dass die Patientendaten zentral auf einer Cloud gespeichert werden. Wenn ganz viele Daten an einem Ort gespeichert werden, ist das für Hacker ein sehr interessantes Zielobjekt, weil sich gerade Gesundheitsdaten gut im Internet verkaufen lassen."

Stand: 08.01.2021, 10:23