Eisenzeit-Waffen bei Schmallenberg entdeckt

Bärtiger Mann im Wald vor Tisch mit Fundstücken

Eisenzeit-Waffen bei Schmallenberg entdeckt

Von Christina Jahnich

Auf dem Wilzenberg bei Schmallenberg ist ein Waffenhort aus der Eisenzeit entdeckt worden. Für die Archäologen ist es der bisher größte Fund dieser Art in NRW.

Auf dem Wilzenberg bei Schmallenberg hat ein Hobby-Heimatforscher einen einzigartigen Waffenhort aus der Eisenzeit entdeckt. Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) bezeichnen den Fund als den größten seiner Art in NRW.

Fast drei Jahre lang hat Matthias Dickhaus aus Winkhausen mit seiner Metallsonde das Gelände unterhalb einer früheren Wallanlage abgesucht. Dabei spürte er die Waffenteile aus der Eisenzeit auf. Hunderte holte er in Zusammenarbeit mit dem LWL aus dem Boden.

Ausstattung von Kriegern

Rostige Speerspitzen in Plastikkisten

Waffen von 30 bis 40 Kriegern

Spitzen von Speeren und Lanzen sind dabei, Schildbuckel, aber auch eine Pferdetrense (Mundstück des Zaumzeugs). Archäologe Manuel Zieler geht davon aus, dass sie bei Pferden verwendet wurde, die einen Streitwagen gezogen haben. "Das alles war die Ausstattung von etwa 30 bis 40 Kriegern", sagt Zieler.

Speerspitzen verbogen

Viele Waffenteile sind verbogen oder eingerissen. Der Archäologe ist überzeugt, dass das keine das Kampfspuren sind. Wahrscheinlicher ist, dass sie absichtlich zerstört wurden - nach einer Schlacht unweit des Wilzenberges.

Eiserne Teile von Zaumzeug in Plastikkisten

Reste des Zaumzeugs

"Man hat die Waffen getötet", sagt Zieler. Was martialisch klingt, halten Fachleute für ein Ritual. Die Sieger des Kampfes hätten die Waffen der Besiegten mitgenommen, auf dem Wilzenberg ausgestellt und liegen gelassen. Dafür spricht, dass sie flach unter der Erdoberfläche lagen.

Der knapp 660 Meter hohe Wilzenberg ist als "Heiliger Berg des Sauerlandes" bekannt. Schon seit mehreren Tausend Jahren besuchen ihn Menschen, heutzutage vor allem Wanderer und Pilger.

Stand: 31.03.2021, 16:52