Windrad bei Haltern eingestürzt: Ursachensuche beginnt

Windrad bei Haltern eingestürzt: Ursachensuche beginnt

Nach dem Einsturz eines fast 240 Meter hohen Windrades in einem Wald bei Haltern untersucht nun ein Gutachter die Ursache. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Euro.

Die Trümmerteile werden so schnell nicht abtransportiert, die Unglücksstelle ist im Radius von mehreren hundert Metern abgesperrt.

Die Polizei geht bei dem Einsturz nicht von einer Straftat aus. Am Freitag hat ein Gutachter mit der Suche nach der Einsturzursache begonnen. Der Hersteller Nordex hat ihn beauftragt. Gab es Materialfehler oder vielleicht menschliches Versagen beim Aufbau? Die Suche wird voraussichtlich dauern.

Trümmerteile liegen überall verstreut

Die Knallgeräusche vom Einsturz des Windrades waren am Mittwochabend kilometerweit zu hören. Am Tag darauf lagen die riesigen Trümmerteile teils direkt am Sockel der erst wenige Monate alten Anlage, teils im Wald mitten in der Hohen Mark.

Windrad bei Haltern eingestürzt

In Haltern am See ist am Mittwochabend ein Windrad umgestürzt. Die rund 240 Meter hohe Anlage war in den umliegenden Wald gekracht. Verletzt wurde niemand.

Nordrhein-Westfalen, Haltern am See: Reste des Turms einer Windenergieanlage stehen im Wald. Das fast 240 Meter hohe Windrad ist in sich zusammengestürzt.

Das umgestürzte Windrad wurde am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr von einem Jäger auf einem Hochsitz entdeckt, der daraufhin die Einsatzkräfte verständigte.

Das umgestürzte Windrad wurde am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr von einem Jäger auf einem Hochsitz entdeckt, der daraufhin die Einsatzkräfte verständigte.

Nach dem Einsatz von Polizei und Feuerwehr noch am Mittwochabend sind am Donnerstagvormittag Sachverständige vor Ort.

Eine benachbarte Anlage gleichen Typs wurde sicherheitshalber abgestellt.

Das Gebiet rund um das eingestürzte Windrad wurde abgesperrt.

Überall liegen die Trümmer des Windrades, das erst in diesem Jahr fertiggestellt wurde.

Die riesigen Trümmerteile liegen teils direkt am Sockel der Anlage, teils im Wald.

Das Windrad vom Hersteller Nordex wurde von den Stadtwerken Haltern und einer Tochter der Ruhrkohle AG betrieben. Sie gehen von 6 Millionen Euro Sachschaden aus.

Haltern Bürgermeister Andreas Stegemann zeigte sich bei einem Besuch der Unglücksstelle entsetzt darüber, dass ein solches Unglück überhaupt möglich ist.

Eigentlich hätte das Windrad am Donnerstag (30.09.2021) offziell eingeweiht werden sollen. Jetzt stehen nur noch die ersten, rund 20 Meter.

Windrad in 20 Metern Höhe abgebrochen

Das Windrad hatte eine Nabenhöhe von 164 Metern, die Rotorblätter erreichten eine Höhe von bis zu 239 Metern. Recht weit unten brach das Windrad ab - nur etwa 20 Meter über dem Boden. Der Turm sackte in sich zusammen und Teile der Flügel fielen in den umliegenden Wald.

Verletzt wurde aber niemand. Die Feuerwehr suchte den Wald mit Wärmebildkameras ab, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Sie wollten auszuschließen, dass möglicherweise Spaziergänger von Trümmerteilen getroffen wurden.

Sechs Millionen Euro Schaden

Haltern Bürgermeister Andreas Stegemann zeigte sich bei einem Besuch der Unglücksstelle entsetzt darüber, dass ein solches Unglück überhaupt möglich ist. Das Windrad vom Hersteller Nordex wurde von den Stadtwerken Haltern und einer Tochter der Ruhrkohle AG betrieben. Sie gehen von einem Sachschaden in Höhe von sechs Millionen Euro aus.

Knapp zwei Dutzend identische Anlagen gibt es laut Nordex in Deutschland, oder sind noch in Bau. Als vorbeugende Maßnahme sind bundesweit alle 23 Anlagen mit der gleichen Konfiguration kurzfristig vorrübergehend außer Betrieb genommen worden, so die Firma Nordex. Dazu gehört auch eine benachbarte Anlage in Haltern. Unter anderem wurde auch der baugleiche Windpark Jüchen vom Netz genommen.

Unglück kurz vor Einweihung des Windrades

Die rund fünf Millionen Euro teure Anlage war erst vor einem halben Jahr in Betrieb genommen worden, wegen der Corona-Pandemie verzögerte sich die offizielle Einweihung - sie sollte am Donnerstag stattfinden.

Im vergangenen Jahr waren bei einem anderen Windrad in Haltern Flügel abgebrochen, aufgrund von Materialfehlern. Und in einem Windpark in Jüchen war am Turm eines baugleichen Windrads schon im August ein Schaden festgestellt worden. Diese noch nicht in Betrieb genommene Anlage sei damals vorsorglich umgehend stillgelegt worden, teilte der Energiekonzern RWE als einer der Betreiber des Windparks Jüchen am Freitag mit.

Der Schaden sei gemeinsam mit dem Hersteller begutachtet und eine Neuberechnung der Statik angefordert worden. Erst Anfang dieser Woche sei mit dem Hersteller der Abbau der Rotorblätter, des Maschinenhauses und von Teilen des Turmes dieser Anlage vereinbart worden, hieß es weiter.

Stand: 01.10.2021, 19:57