Funke Mediengruppe baut Zeitungs-Personal ab

Funke Mediengruppe baut Zeitungs-Personal ab

  • Klassische Zeitungen verlieren Leser
  • Aus für WP-Redaktion Warstein
  • Druckzentrum Essen schließt
  • Druckerei in Hagen wird ausgebaut

Das digitale Geschäft soll ausgebaut werden, im klassischen Zeitungsgeschäft wird Personal abgebaut. Das hat die Funke Mediengruppe mit Sitz in Essen am Donnerstag (07.02.2019) mitgeteilt.

Die Warsteiner Westfalenpost-Redaktion wird geschlossen. Die Ausgabe wird es ab Anfang März 2019 nicht mehr geben. Sie sei nicht mehr wirtschaftlich, sagte ein Sprecher der Funke Mediengruppe dem WDR.

Vorruhestand wird angeboten

Den fünf Warsteiner Mitarbeitern werden andere Stellen angeboten, manchen auch der Vorruhestand, so der Sprecher.

Das ältere Funke-Druckzentrum in Essen wird geschlossen, das moderne in Hagen soll ausgebaut werden. Nach Unternehmensangaben waren beide nur halb ausgelastet.

Zeitungen "Westfalenpost", "NRZ", "WAZ"

Zeitungen der Funke Mediengruppe

Der Unternehmenssprecher erklärte, den 120 Beschäftigten in Essen solle angeboten werden, nach Hagen zu wechseln, wo zurzeit 80 Beschäftigte arbeiten. Dort sollen neue Arbeitsplätze entstehen.

Millioneninvestition in Hagen

Dafür will die Funke Mediengruppe einen Millionenbetrag investieren. Wie viele neue Arbeitsplätze in Hagen entstehen, sagte das Unternehmen noch nicht.

Betroffen von den Einsparungen sei unter anderem auch die Berliner Zentralredaktion. Dort sollen künftig weniger Redakteure in der Produktion arbeiten. Die regionalen Zeitungstitel der Funke-Gruppe würden künftig standardisiert beliefert.

Kostenpflichtige Online-Angebote

Hintergrund der Personaleinsparungen sei, dass die klassischen Zeitungen Leser verlieren, klagte die Funke-Gruppe. Papier und Personal würden aber immer teurer. Darum will Funke viel stärker im Internet agieren und mehr Online-Angebote machen.

Der Unternehmenssprecher sagte, man habe festgestellt, dass die Leser durchaus bereit seien, für interessante Artikel im Internet Geld zu bezahlen.

Der Deutsche Journalistenverband NRW bezeichnete die geplante Umstrukturierung als blinde Profitgier. Ebenso wie die Gewerkschaft Verdi warf er Funke vor, die Qualität der journalistischen Berichterstattung zu beschädigen.

Stand: 07.02.2019, 20:19