Unbekannte graben Tunnel zu Bank-Gebäude in Spenge

Unbekannte graben Tunnel zu Bank-Gebäude in Spenge

Nur durch Zufall ist ein spektakulärer Einbruchsversuch im Kreis Herford aufgeflogen. Bankräuber hatten in Spenge versucht, mit einem Tunnel in die Filiale einer Bank zu gelangen.

Weil das Pflaster auf einer Zufahrt abgesackt war, sollte eine Baufirma nach der Ursache forschen. Die Bank war zunächst von einem Wasserschaden ausgegangen. Die Mitarbeiter der Firma kamen dann aber aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie entdeckten in drei Meter Tiefe einen acht Meter langen und einen Meter breiten Tunnel.

"Der erste Gedanke, der einem in den Kopf schießt, ist sowas wie ein Hollywoodfilm", so ein Sprecher der Polizei Herford.

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Tunnel von Nachbargrundstück gegraben

Vermutlich hatten Einbrecher den Tunnel von einem Nachbargrundstück aus unter der Einfahrt in Richtung der Volksbank-Filiale gegraben. Ausgangspunkt war wohl ein Trafohäuschen eines Stromnetzbetreibers. In diesem waren Säcke mit Erde aus dem Tunnel gestapelt. An der Tür war kurz vorher das Schloss ausgetauscht worden. Vermutlich wussten die Täter, dass Mitarbeiter des Unternehmens nur sehr selten dort vorbeikämen, so die Polizei.

Noch kein Durchbruch

Der Tunnel

Der Tunnel führt unterirdisch bis zu einer Grundmauer der Bank heran, hinter der sich Schließfächer befinden, einen Durchbruch hatte es aber noch nicht gegeben. "Nach bisherigen Erkenntnissen gehen wir davon aus, dass mögliche Täter versuchten, durch diesen Tunnel in das Innere der Volksbank zu gelangen", sagte eine Polizei-Sprecherin.

Herausgekommen wären die Täter nach Angaben der Polizei in einem besonders gesicherten Raum mit Schließfächern.

Suche nach Tätern läuft

Die Ermittlungen laufen. Im Tunnel seien Dinge zurückgelassen worden, die Polizei hofft, damit Hinweise auf die Täter zu bekommen. Nach ersten Einschätzungen wären mehrere Personen beteiligt gewesen, so ein Sprecher. Vermutlich hätten diese mehrere Wochen an dem Tunnel gearbeitet.

Nachbarn seien inzwischen dazu befragt worden, ob sie vom Bau des Tunnels etwas mitbekommen haben. Einige Personen hätten dazu Feststellungen gemacht, Details wollte die Polizei jedoch nicht nennen.

Tunnel wird abgesichert

Aufgrund der Einsturzgefahr wird der Tunnel momentan abgesichert. Die Einsatzkräfte hätten diesen zunächst auch nicht betreten, das wäre zu unsicher gewesen. Die ersten Kräfte vor Ort hätten erst mit einer Handykamera den Tunnel gefilmt, um so erste Einschätzungen zu bekommen.

Stand: 19.05.2021, 21:30