Eine Milliarde Mini-Würmer gegen den Eichenprozessionsspinner

Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner

Eine Milliarde Mini-Würmer gegen den Eichenprozessionsspinner

Mit Spritzbrühe und Fadenwürmern gegen den Eichenprozessionsspinner: Eine neue biologische Methode soll bei der Eindämmung der schädlichen Tiere helfen.

Die Eichenprozessionsspinner haben sich in den vergangenen Jahren in Westfalen immer weiter verbreitet. Die unerwünschten Tierchen können beim Menschen Allergien auslösen und schädigen die Eichen. Die Raupen kommen aus dem Münsterland und ziehen jetzt über Lippetal Richtung Südwestfalen.

Deswegen hatte jetzt eine nächtliche Sprühaktionen in Südwestfalen Premiere. Fadenwürmer sollen die Raupen der Eichenprozessionsspinner nun abtöten.

Eine Milliarde Fadenwürmer gegen den Eichenprozessionsspinner

Die beiden Straßenarbeiter Georg Lüchtefeld und Elmar Blome haben sich mit ihrem Chef Jörg Güthoff am Montagabend gegen 20 Uhr am Betriebshof der Straßenmeisterei in Erwitte getroffen.

Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner

Die Würmer sind für Menschen, Pflanzen und andere Tiere ungefährlich.

Mit verschiedenen Substanzen und viel Wasser rühren sie eine Nährlösung an, darin werden dann Nematoden verteilt, winzige Fadenwürmer, die mit dem Auge nicht zu erkennen sind. Eine Milliarde der Fadenwürmer werden in dem 1.000 Liter Tank verteilt.

Verfahren geprüft und ausprobiert

Die Würmer sollen die Raupen der Eichenprozessionsspinner angreifen und töten. "Das Ganze ist genau untersucht worden und absolut unschädlich für Menschen, Tiere und Pflanzen," erklärt dazu Jörg Güthoff. Selbst in Natur- und Wasserschutzgebieten dürfen die Nematoden eingesetzt werden.

In Lippetal ist die Raupe auf dem Vormarsch

Die erste Tour führt ihn und seine Kollegen in die Gemeinde Lippetal. Hier stehen die meisten Eichen, die von den Raupen befallen sind. Der Unimog fährt in Schrittgeschwindigkeit eine Bundesstraße ab.

Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner

Zehn Liter reichen, um einen Baum zu besprühen.

Per Joystick steuert Georg Lüchtefeld eine Spritzdüse. Die verteilt die spezielle Brühe so fein, dass mit zehn Litern Wasser auch ein großer Baum komplett benässt ist.

Später auch wieder Absaugaktionen geplant

Die Aktion läuft gut. 14 Nächte lang wollen sie unterwegs sein. Immer dann, wenn es nicht regnet und kein Wind die Sprühaktion stört. Dass man die Eichenprozessionsspinner damit nicht komplett abtöten kann, wissen die Experten.

Deshalb wird es in den kommenden Monaten auch parallel die aufwendigen Absaug-Aktionen von Privatfirmen geben. So gut es geht, will man verhindern, dass sich die unangenehmen Raupen vom Münsterland kommend komplett in Südwestfalen verbreiten.

Stand: 04.05.2021, 09:58