E-Scooter-Gebühr in Münster

Lokalzeit Münsterland 15.12.2021 02:38 Min. Verfügbar bis 15.12.2022 WDR Von Detlef Proges

Stadt Münster beschließt E-Scooter-Gebühr

Stand: 17.12.2021, 17:48 Uhr

Münster will die Zahl der E-Scooter in der Stadt deutlich reduzieren. Der Rat hat deswegen jetzt eine Gebühr von 50 Euro pro Jahr und Roller beschlossen. Ein Verleiher hat sich vorläufig zurückgezogen.

E-Scooter liegen im Laub

Die Roller sollen nicht überall herumliegen

Bislang gab es über das Gebiet der Stadt Münster verteilt rund 4.000 Leih-Elektrotretroller. Überall in der Innenstadt sieht man sie stehen und manchmal liegen, an Radwegen, auf Bürgersteigen in Grünanlagen. Mit der gestiegenen Zahl im Sommer habe auch die Zahl der Beschwerden darüber zugenommen, so das münsterische Ordnungsamt.

Nutzung öffentlicher Flächen

Deswegen müsse nun etwas getan werden: So sollen die Verleiher von April an 50 Euro jährlich pro Roller zahlen, so der Ratsbeschluss. Das sei nur gerecht, weil andere Unternehmen wie zum Beispiel Händler und Restaurants auch für die Benutzung öffentlicher Flächen zahlen müssten.

Gebühr in Münster besonders hoch

Tier-Manager an der Promenade.

Für Verleiher Matthias Weber ist die Gebühr zu hoch

Die drei Verleihfirmen in Münster sagen, Gebühren seien grundsätzlich völlig in Ordnung. Allerdings wäre Münster mit 50 Euro eine der teuersten Städte in Deutschland. Das sei etwa das Dreifache einer Anwohnerparkgebühr für einen Pkw, wobei auf so einer Fläche aber zehn E-Scooter abgestellt werden könnten, rechnet beispielsweise Matthias Weber vom Tier-E-Scooter-Verleih vor.

Münster will Gebühr für E-Scooter

WDR 5 Westblick - aktuell 15.12.2021 04:47 Min. Verfügbar bis 15.12.2022 WDR 5


Download

Problembewusstsein bei Verleihern

Escooter-Fahrer auf der Promenade.

Auf der Promenade fahren oft Roller, abgestellt werden dürfen sie dort nicht.

Natürlich gebe es Probleme mit falsch geparkten Elektrorollern, gibt er zu. Es gäbe aber viele Gespräche und auch Initiativen zusammen mit der Stadt, um das einzudämmen. Beispiele sind offizielle Abstellflächen und ein Parkverbot auf der Promenade in Münster. Wenn ein Roller dort abgestellt wird, zahlt der Kunde weiter.

Erster vorläufiger Rückzug

Der Stadt Münster reicht das aber nicht. Sie setzt auf die Abschreckungswirkung der Gebühr. Sie soll die Verleiher dazu bringen, die Zahl der angebotenen Roller auf 3.000 zu reduzieren.

Am Freitag gab der E-Scooter-Verleiher "Lime" bekannt, dass er seine 1.000 Roller aus dem Stadtgebiet zurückgezogen hat. Nach offizieller Lesart gehen sie in die Winterpause. Ob "Lime" wiederkomme, ist nach Einschätzung eines Sprechers der Stadt Münster möglicherweise offen. Zur Zeit wäre die angepeilte Zahl von etwa 3.000 E-Scootern in der Stadt erreicht.