Düngeverbot verärgert Münsterländer Bauern

Ein Landwirt bringt Gülle auf einem verschneiten Feld.

Düngeverbot verärgert Münsterländer Bauern

  • Nitrateintrag soll reduziert werden
  • Deutschland muss EU-Vorgabe erfüllen
  • Bauern im Münsterland fürchten um ihre Existenz

Die Bauern im Münsterland kritisieren die geplanten Änderungen im Düngerecht. Vielen Betrieben fehle die dafür benötigte Fläche, sagte Bauernpräsident Johannes Röring am Montag (18.02.2019) dem WDR. Denn die Nitratbelastung pro Hektar Fläche soll reduziert werden.

Bauern müssten Tierhaltung einschränken

Besonders in der Kritik ist das geplante Verbot der Herbstdüngung, die Reduzierung der Maximalmenge an Dünge-Mitteln um 20 Prozent und eine Obergrenze von 170 kg Nitrat pro Hektar für Gülle und andere Wirtschaftsdünger für jeden einzelnen Schlag.

"Sollten diese Vorschläge umgesetzt werden, müssten viele landwirtschaftliche Betriebe ihre Tierhaltung deutlich verringern und würden diese mit großer Wahrscheinlichkeit als nicht mehr rentabel aufgeben", so der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) in Münster.

Deutsche Düngeregeln zu lasch für die EU

Auf Druck der EU-Kommission hatte die Bundesregierung Ende Januar Verbesserungsvorschläge für die erst 2017 novellierten deutschen Düngeregeln nach Brüssel geschickt. Zuvor war Deutschland bereits vor dem Europäischen Gerichtshof wegen zu hoher Nitratwerte in zurückliegenden Jahren verurteilt worden.

Stand: 18.02.2019, 20:00

Kommentare zum Thema

2 Kommentare

  • 2 Kolja Opitz, Hamm(Westf.) 18.02.2019, 16:41 Uhr

    Bauern, Fleischverarbeiter und Handel liefern das, was Verbraucher im In- und Ausland verlangen. Billigste tierische und agrarische Erzeugnisse! So billig, dass man nicht umhinkommt, dafür tierische Geschöpfe zu quälen und zu missbrauchen; Böden und Grundwasser zu verseuchen und Leiharbeiter für Hungerlöhne auszubeuten. Wenn wir alle diese Begleiterscheinungen nicht wollen, kann das nur über eine nachhaltige Bereinigung des gesamten Agrarmarktes gehen. Klare und strenge Kriterien für Zucht, Mast, Mist und Chemie-Verwendung; Mindestpreise und Exportdeckelung und eine deutliche Bevorzugung ökologischer Anbau- und Zuchtmethoden. Eine deutlich schärfere Regulierung von Agrarindustrie-Betrieben gegenüber einem Minibauern mit 5 Kälbern im Vorschulalter. Es reicht einfach nicht, die Einbringung von Scheiße begrenzen zu wollen, deren Produktion muss vermieden werden!

  • 1 Tierschutz über Umwege 18.02.2019, 16:40 Uhr

    Wenn die Betriebe die Zahl der Tiere reduzieren müssen, um das Grundwasser zu schützen, gibt es viele Gewinner. Die Tiere und die Verbraucher.