Ex-Atomwaffenlager in Dülmen soll Mahnmal werden

Ein Zaun mit Stacheldraht sperrt ein Waldgebiet ab

Ex-Atomwaffenlager in Dülmen soll Mahnmal werden

  • Zeugnis des Kalten Krieges
  • Natur contra Denkmalschutz
  • Öffnung für Öffentlichkeit ungewiss

Das ehemalige Atomwaffenlager in Dülmen-Visbeck soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Das fordern Lokalpolitiker und Zeitzeugen. Am Donnerstag (21.03.2019) war das Thema erstmals auf der Tagesordnung im Dülmener Rat. Die Anlage wurde früher von den USA genutzt und gilt heute als deutschlandweit einmaliges Zeugnis des Kalten Krieges.

"Nicht in Muster des Kalten Krieges verfallen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 04.02.2019 06:25 Min. Verfügbar bis 04.02.2020 WDR 5

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Wachtürme und Munitionsbunker sind längst verlassen. Die US-Armee lagerte hier bis Anfang der 90er-Jahre atomare Artilleriegeschosse mit kurzen Reichweiten von bis zu 20 Kilometern - für einen Atomschlag quasi vor der Haustür.

Die ehemaligen Ostblockgeheimdienste führten Dülmen-Visbeck als hochrangiges Spionageziel. Das ehemalige Lager liegt als Hochsicherheitsbereich innerhalb des ehemaligen Bundeswehrdepots.

Denkmal für die Öffentlichkeit?

Ein weitläufiges Gelände ist umzäunt mit Stacheldraht

Das Gelände soll ein Mahnmal für den Kalten Krieg werden

2017 hat die Stadt Dülmen das 17 Hektar große Gelände gekauft, um daraus ein Naturschutzgebiet zu machen. Es sollte eine Ausgleichsfläche für Bodenversiegelung durch Straßenbau sein, für die Stadt eine Investition in Höhe von rund einer Million Euro.

Doch Denkmalschützer haben das Depot zu einem besonderen Zeugnis des Kalten Krieges erklärt. Die SPD-Fraktion im Dülmener Rat und verschiedene Verbände wollen das Gelände auch für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Rat muss über Nutzung entscheiden

Ein Schild an einem Zaun mit der Aufschrift: Militärer Sicherheitsbereich

Noch ist das Gelände für Spaziergänger gesperrt

Die Stadt muss nun einen Konflikt lösen: Dülmen könnte durch das ehemalige Depot als naturnahe Fläche sogenannte Ökopunkte erwirtschaften. Dann aber würde hier zu viel Publikumsverkehr stören. Außerdem wäre das mit Unterhaltungskosten für die Anlage verbunden. Ob und wie das Areal irgendwann öffentlich zugänglich wird, darüber muss der Dülmener Rat entscheiden.

Auge nach Osten – Radarstation Auenhausen im Zeitsprung Lokalzeit OWL 04.02.2019 05:07 Min. Verfügbar bis 04.02.2020 WDR Von Bärbel Wegener

Stand: 21.03.2019, 20:00