Zwölf Kilogramm Kokain in Borchen sichergestellt

Zwölf Pakete mit jeweils einem Kilo Kokain liegen auf einem Tisch

Zwölf Kilogramm Kokain in Borchen sichergestellt

Eher zufällig hat die Paderborner Polizei Kokain im Wert von 1,2 Millionen Euro in Borchen gefunden. Sie spricht vom größten Drogenfund aller Zeiten im Kreis Paderborn.

Die Geschichte ist ungewöhnlich. Ein Holzhändler aus Borchen hatte bei einer Internet-Auktion günstiges Teakholz ersteigert. Das lagerte schon als Kunkursmasse zwei Jahre lang in Antwerpen in Belgien. Im Juli ließ er dann die 2.000 Stämme mit neun LKW abholen.

Drogen in Holzstämmen versteckt

Auf seinem Lagerplatz zu Hause wunderte sich der Holzverarbeiter über kastenförmige Einschnitte im Holz. Er schaute nach und fand ein erstes Paket mit Kokain. Die alarmierte Polizei rückte mit einem Drogenspürhund an, der weitere Pakete fand. Um alle Baumstämme untersuchen zu können, musste ein Holzrückunternehmen kommen, um die Stämme auseinanderzubringen.

Drei Tage untersuchte die Polizei das Holz und fand die insgesamt zwölf Pakete mit reinstem Kokain mit einem Straßenverkaufswert von 1,2 Millionen Euro. Die Kilopakete waren in Folien eingewickelt, außerdem war eine Madonna auf einem Sticker aufgeklebt.

Weiterer Prozess vor dem Landgericht Arnsberg 00:49 Min. Verfügbar bis 24.08.2021

Leere Hohlräume gefunden

Das Kokain scheint allerdings nur ein Überbleibsel einer großen Menge von geschmuggelten Drogen zu sein. In weiteren 50 Stämmen fanden die Einsatzkräfte weitere Hohlräume, in denen pro Stamm 50 Pakete Platz gefunden hätten. Insgesamt könnte das Kokain somit einen Wert von über 200 Millionen Euro gehabt haben.

Auswertung von Spuren

Inzwischen wertet die Polizei DNA-Spuren und Fingerabdrücke aus, und arbeitet mit der Polizei in Antwerpen und dem Zoll zusammen. Laut Kriminalhauptkommissar Stephan Binder gibt es schon erste Vermutungen, woher das Kokain stammen könnte: "Der arabische/asiatische Raum, aber den schließen wir aus, weil wir diese Madonna auf Rosen vorgefunden haben. Das lässt auf südamerikanische Kartelle schließen."

Stand: 10.09.2020, 17:23