Jeder Dritte in der JVA Bielefeld-Brackwede ist süchtig

Justizbeamter durchsucht Zelle mit Hund

Jeder Dritte in der JVA Bielefeld-Brackwede ist süchtig

  • Ein Drittel der Gefangenen ist süchtig
  • Medikamente spielen immer größere Rolle
  • Gefangene auch außerhalb der JVA in Behandlung

Jeder dritte Gefangene in der JVA Bielefeld-Brackwede ist süchtig. Der Drogenkonsum im Gefängnis ist konstant hoch, immer häufiger sind Gefangene allerdings auch medikamentenabhängig. Das hat der Leiter der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Uwe Nelle-Cornelsen, Leiter der JVA Bielefeld-Brackwede

Bei den Gefangenen haben die Justizvollzugsbeamten im vergangenen Jahr unter anderem Cannabis, Heroin, Kokain, Subutex und Ecstasy gefunden. Allerdings nicht in großen Mengen. Es handele sich dabei viel mehr um kleine Portionen, die die Gefangen direkt konsumierten, so Uwe Nelle-Cornelsen, Leiter der JVA.

Immer mehr Gefangene auch außerhalb der JVA in Therapie

Auffällig sei, dass Medikamente als Alternative zu klassischen Drogen eine immer größere Rolle spielen. Diese ließen sich von den Gefangenen besser aufbewahren und – meist von deren Angehörigen – besser ins Gefängnis schmuggeln. Laut Gefängnisleiter kommen viele Drogen und Suchtmittel in die JVA, weil Besucher sie zuvor geschluckt haben und sie dann – kurz vor dem Treffen mit dem Gefangenen – wieder ausscheiden.

Süchtige Gefangene können sich in der JVA Bielefeld an drei Gefängnis-Mitarbeiter wenden, die eine Suchtberatung anbieten. Außerdem gibt es auch eine Zusammenarbeit mit der Drogenberatung Bielefeld. Insgesamt 439 männliche und 52 weibliche Gefangene nahmen 2018 ein Betreuungsangebot an. Therapien außerhalb der JVA werden dabei häufiger.

Stand: 20.02.2019, 14:10

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