In dieser Kita sind drei Erzieherinnen fristlos gekündigt worden.

Kind in Kita-Waschraum gesperrt - Prozess im Februar

Stand: 26.10.2021, 14:35 Uhr

Das Deutsche Rote Kreuz hat drei Erzieherinnen der Kita Brummihof in Borgholzhausen fristlos gekündigt. Ein Gütetermin vor dem Bielefelder Arbeitsgericht brachte keine Einigung.

Eine der Erzieherinnen will weiterbeschäftigt werden; der Termin am Bielefelder Arbeitsgericht am Dienstag verlief aber ergebnislos. Deshalb wird sich das Gericht im Februar mit dem Fall beschäftigen. Auch die zwei anderen Kolleginnen haben geklagt.

Junge in Waschraum gesperrt

Den Erzieherinnen war gekündigt worden, weil sie sich pädagogisch falsch gegenüber einem Jungen verhalten hätten. Die Kita-Leiterin und zwei Kolleginnen hatten einen Fünfjährigen mehrfach für wenige Minuten in einen Waschraum gesperrt, der über mehrere Fenster einsehbar ist.

Grund für diese Maßnahme soll nach Angaben der Kita-Leiterin das Verhalten des Kindes gewesen sein. Der fünfjährige Junge soll häufiger gespuckt und geschlagen haben.

Das kurzzeitige Einsperren sei mit der Mutter des Kindes vereinbart gewesen. Zum pädagogischen Konzept gehörte es auch, den Jungen für friedliche Phasen zu belohnen, zum Beispiel durch Zuneigung der Erzieherinnen.

Kita-Betreiber kündigt Erzieherinnen

Betreiber der Kindertagesstätte ist das Deutsche Rote Kreuz. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat das DRK die Mitarbeiterinnen zunächst suspendiert. Darauf folgte die fristlose Kündigung. Dem WDR erklärte das DRK man habe die betroffenen Personen aus der Schusslinie genommmen. Darüberhinaus sagte ein Mitarbeiteter des DRK am Telefon: "Wie hätte es denn ausgesehen, wenn wir uns dazu gar nicht öffentlich geäußert hätten?"

Rechtsanwältin kritisert Vorgehen des DRK

Gegen die Kündigung klagen die Erzieherinnen. Der Vorwurf des pädagogischen Fehlverhaltens gefährde ihre berufliche Existenz und sei inhaltlich nicht haltbar. Die Rechtsanwältin der Erzieherinnen, Susanne Bender kritisiert das Vorgehen des DRK. "Man hätte eine Abmahnung aussprechen können oder man hätte sprechen müssen. Das ist formell und materiell vorgeschrieben." Mit der fristlosen Kündigung habe das DRK diese Schritte übergangen, so Bender.

Einige Eltern stehen hinter Erzieherinnen

Einige Eltern haben sich zusammengeschlossen, um die Erzieherinnen zu unterstützen. "Ich denke viele Eltern werden mich da bestätigen, ihr Kind auch mal auf die stille Treppe zu setzen. Unsere Tochter muss auch mal in ihr Zimmer und muss sich dort beruhigen", so Daniela am Orde. Sie sei über das Verhalten des DRK schockiert, sagt sie.