Kind in Kita-Waschraum gesperrt - Erzieherinnen fristlos gekündigt

Gewalt gegen Kinder: Kita-Leiterin wehrt die Vorwürfe ab Lokalzeit OWL 13.10.2021 24:30 Min. Verfügbar bis 20.10.2021 WDR Von Kolja Selker

Kind in Kita-Waschraum gesperrt - Erzieherinnen fristlos gekündigt

Das Deutsche Rote Kreuz hat drei Erzieherinnen der Kita Brummihof in Borgholzhausen fristlos gekündigt. Die Begründung: Sie haben sich pädagogisch falsch gegenüber einem Jungen verhalten.

Die Kita-Leiterin und zwei Kolleginnen hatten einen Fünfjährigen mehrfach für wenige Minuten in einen Waschraum gesperrt, der über mehrere Fenster einsehbar ist.

Junge in Waschraum gesperrt

Grund für diese Maßnahme soll nach Angaben der Kita-Leiterin das Verhalten des Kindes gewesen sein. Der fünfjährige Junge soll häufiger gespuckt und geschlagen haben.

In dieser Kita sind drei Erzieherinnen fristlos gekündigt worden.

Das kurzzeitige Einsperren sei mit der Mutter des Kindes vereinbart gewesen. Zum pädagogischen Konzept gehörte es auch, den Jungen für friedliche Phasen zu belohnen, zum Beispiel durch Zuneigung der Erzieherinnen.

Kita-Betreiber kündigt Erzieherinnen

Betreiber der Kindertagesstätte ist das Deutsche Rote Kreuz. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat das DRK die Mitarbeiterinnen zunächst suspendiert. Nun folgte die fristlose Kündigung. Dem WDR erklärte das DRK man habe die betroffenen Personen aus der Schusslinie genommmen. Darüberhinaus sagte ein Mitarbeiteter des DRK am Telefon: "Wie hätte es denn ausgesehen, wenn wir uns dazu gar nicht öffentlich geäußert hätten?"

Rechtsanwältin kritisert Vorgehen des DRK

Gegen die Kündigung wollen die Erzieherinnen klagen. Der Vorwurf des pädagogischen Fehlverhaltens gefährde ihre berufliche Existenz und sei inhaltlich nicht haltbar. Die Rechtsanwältin der Erzieherinnen, Susanne Bender kritisiert das Vorgehen des DRK. "Man hätte eine Abmahnung aussprechen können oder man hätte sprechen müssen. Das ist formell und materiell vorgeschrieben." Mit der fristlosen Kündigung habe das DRK diese Schritte übergangen, so Bender.

Einige Eltern stehen hinter Erzieherinnen

Einige Eltern haben sich nun zusammengeschlossen, um die Erzieherinnen zu unterstützen. "Ich denke viele Eltern werden mich da bestätigen, ihr Kind auch mal auf die stille Treppe zu setzen. Unsere Tochter muss auch mal in ihr Zimmer und muss sich dort beruhigen", so Daniela am Orde. Sie sei über das Verhalten des DRK schockiert, sagt sie.

Stand: 14.10.2021, 07:37