Lehrermangel wird an Grundschulen laut Studie dramatisch

Lehrermangel wird an Grundschulen laut Studie dramatisch

  • Studie: Lehrermangel an Grundschulen wird dramatisch steigen
  • 2025 fehlen dort etwa 11.000 Pädagogen mehr als angenommen
  • Experten: "Bundesländer in der Pflicht!"

Der Lehrermangel an Grundschulen wird im Laufe der nächsten sechs Jahre viel größer sein als bislang angenommen. Zu dieser Ansicht kommt die Gütersloher Bertelsmann-Stiftung in einer neuen Studie.

Deutlich mehr Grundschullehrer werden fehlen

Nach Berechnungen der Bildungsexperten unterschätzt die Kultusministerkonferenz den Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften. Demnach fehlen im Jahr 2025 mindestens 26.300 Grundschulkräfte - und damit 11.000 mehr, als die Konferenz im vergangenen Jahr prognostiziert hatte.

Babyboomer bekommen selbst Kinder

Anlass für die aktuelle Analyse der Bertelsmann-Stiftung sind jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerungsentwicklung. Demnach wird die Zahl der Schüler stärker ansteigen als bisher gedacht, erklärt Dirk Zorn, Experte für schulische Bildung bei der Bertelsmann-Stiftung: "Die Kinder der so genannten "Babyboomer" bekommen selber Kinder, und die Geburtenziffer seit 2012 ist in einem für Demographen doch unerwartet hohem Maße gestiegen. Das macht die Schülerentwicklung so dynamisch".

Studie ein "Weckruf"

Die Bertelsmann-Stiftung sieht angesichts ihrer Prognose vor allem die Bundesländer in der Pflicht. "Ruheständler länger im Job zu lassen, die Teilzeitquote durch bessere Unterstützung zu senken und auch Menschen ohne Lehramtsstudium fit zu machen für den Einsatz in Grundschulen: All diese Dinge müssten mit noch größerem Nachdruck vorangetrieben werden", mahnt Stiftungs-Schulexperte Zorn.

Lehrergewerkschaft fordert mehr Studienplätze

Auch die Lehrergewerkschaft GEW appelliert an die Länder, sich stärker gegen den Lehrermangel zu stemmen: Langfristig müsse die Kultusministerkonferenz unter anderem dafür sorgen, dass die Länder mehr Studienplätze für Grundschullehrer zur Verfügung stellten, fordert die Gewerkschaft. Außerdem müssten die zahlreichen Quer- und Seiteneinsteiger gestärkt werden; gut qualifiziert und entsprechend bezahlt. Die arbeiten derzeit vielerorts statt ausgebildeter Lehrer an Grundschulen.

Kultusminister: "Arbeiten dran"

Von der Kultusministerkonferenz hieß es auf WDR-Anfrage, dass man die Entwicklung im Blick habe. Die Länder seien außerdem im regen Austausch, wie Prognosen für bildungspolitische Entscheidungen verbessert werden könnten.

Was tun gegen den Lehrermangel?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 11.10.2018 05:28 Min. Verfügbar bis 11.10.2023 WDR 5

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Stand: 09.09.2019, 05:00

Kommentare zum Thema

27 Kommentare

  • 27 Heike 10.09.2019, 20:18 Uhr

    Warum müssen angehende Lehrer im Grundschulstudium im Fach Sport das Kunstspringen mit Schraube und im Fach Englisch den Faust auf englisch durchackern ? In Mathe wird Oberstufenstoff aufwärts gefordert, was soll das ? Ein nicht geringer Teil der Studenten lässt sich von solchen Anforderungen abschrecken oder bricht frühzeitig ab.

  • 26 Anonym 10.09.2019, 15:59 Uhr

    Ich lasse mich nicht für blöd verkaufen - dieses Land geht Richtung Kulturlosigkeit, will aber keiner aussprechen; Kopf in den Sand es wird schon wir schaffen das wie man sieht!

  • 25 Francisco Degoya 10.09.2019, 15:49 Uhr

    ....vielleicht sollte sich die Politik endlich mal dazu entschließen, die Gehaltsstufen anzugleichen, das heißt, auch Besoldung A13 für Grundschullehrer! Das macht den Beruf eventuell attraktiver!

  • 24 julia konrad 10.09.2019, 15:47 Uhr

    Leider höre ich immer öfter dass heutzutage ein Unterricht wie noch vor 25-30 jahren Standard war nicht mehr durchführbar sei. Aufmerksamkeitsdefizit,asoziales Verhalten,mangelnde Mitwirkung der Eltern,usw.Noch gravierender sind sprachliche Mängel,sowohl beim Verstehen als um sich auszudrücken. ( leider auch bei Kindern ohne sog.Migrationshintergrund.)Persönlich kenne ich fünf junge Lehrerinnen, die nach 1-3Jahren entnervt aus dem Schuldienst in andere Berufe gewechselt haben.Sie fühlten sich nicht imstande Logopäde,Ergotherapeut Deutschlehrerin für Anfänger Benimmregeln-Vermittlerin usw. in Personalunion zu sein.Kinder mit 7Jahren nicht wissen wie man einen Bleistift hält,keinWort Deutsch verstehen,sich bei kleinsten Differenzen prügeln dann aber zu verstehen geben dass eine Lehrerin ihnen nichts zu sagen braucht, denn sie ist nur eine Frau und obendrein auch keine gute weil kein Kopftuch trägt. Die Qualität der Schulen mit denen die ohne Abschluss"fertighaben" wird so ausgebaut .

  • 23 Tom 10.09.2019, 08:10 Uhr

    Wenn man die großen gesellschaftlichen politischen Herausforderung betrachtet wie z.B. - Bildung von der Kita bis zur Uni - Mobilität - Gesundheitswesen - Wohnungswesen - Engergiewende usw. und dazu sich die Taten der politisch Verantwortlichen der letzten 20 Jahre betrachtet, erkenne ich nur ein politisches Versagen zugunsten von Rendite und wirtschaftlichem Wachstum. Der Wähler reagiert und die ehemaligen Volksparteien verkaufen die Wahlergebnisse immer noch als Erfolg.

  • 22 Gast aus dem Ruhrgebiet 10.09.2019, 06:40 Uhr

    Solange nicht A 13 gezahlt wird, werden sich die meisten Lehramtsstudenten für die Sek 2 entscheiden. Komischerweise sind alle Parteien auch davon überzeugt, dass man alle Lehrer gleich bezahlen muss, aber nur wenn sie in der Opposition sind oder Wahlen anstehen, siehe NRW.

  • 21 Gast aus OWL 09.09.2019, 21:29 Uhr

    Wenn über den Lehrermangel in den Medien berichtet wird, wird als ein Grund für den erhöhten Bedarf auch immer die Zuwanderung nach Deutschland benannt. Ich verstehe nicht, warum man das hier nicht erwähnen darf

    Antworten (2)
    • Atze 10.09.2019, 08:25 Uhr

      Wenn es denn sachlich behandelt wird, hat mit den Fakten niemand Probleme. Wird es jedoch hetzerisch instrumentalisiert, begegnen solchen Äußerungen massive Bedenken.

    • Atze 10.09.2019, 08:25 Uhr

      Wenn es denn sachlich behandelt wird, hat mit den Fakten niemand Probleme. Wird es jedoch hetzerisch instrumentalisiert, begegnen solchen Äußerungen massive Bedenken.

  • 20 Schwabe, Susanne 09.09.2019, 20:08 Uhr

    Sehr geehrtes WDR Team, Ich frage mich schon seit Jahren, aufgrund der Diskussionen rund umd den Lehrermangel, warum wird der NC für das Grundschullehramt nicht abgeschafft und durch Eignungsprüfungen oder Referenzbewertungen aus bereits abgeleisteten Praktikas ersetzt, oder, oder, oder. . Es gibt bestimmt genug Abiturienten die mehr als geeignet und vor allen Dingen mit dem nötigen Herzblut bei der Sache wären, auch wenn der NC nicht reicht, was ohnehin kein Indiz dafür ist, ein guter Pädagoge zu werden. Was bestimmt jeder von uns in seiner eigenenSchulzeit "bemerken" konnte. Viele Grüße Susanne Schwabe

  • 19 Tim 09.09.2019, 18:29 Uhr

    Der Kommentar von André bringt es auf den Punkt. Im öffentlichen Dienst wird zu stark auf formale Einstellungsvoraussetzungen geachtet, bzw. man ist nicht gewillt, jene Voraussetzungen signifikant zu verändern. Wenn eine bestimmte Ausbildung nicht vorhanden ist, erfolgt auch keine Berücksichtigung im entsprechenden Auswahlverfahren. Ich bin der Meinung, dass kein Studium vonnöten ist, um Grundschullehrer zu werden - weder um pädagogische Kenntnisse zu erlangen, noch um im Anschluss relativ einfache Aufgaben aus der Mathematik, Rechtschreibung und Grammatik zu lehren. Quereinsteigern stehen momentan auch nur die Türen zu Nebenfächern (Sport etc.) offen. Die Hauptfächer dürfen nur von vollwertigen Absolventen unterrichtet werden. Was für ein Quatsch. Wenn auch weiterhin ein Studium Voraussetzung für ein Grundschullehrer - Dasein ist, muss man sich über Lehrermangel nicht wundern.

  • 18 Zuschauer 09.09.2019, 18:27 Uhr

    Laut Bertelsmann sollen in Deutschland etliche Krankenhäuser geschlossen werden,dann kann man das freiwerdende Personal doch zu Grundschullehrern ausbilden.

  • 17 Atze 09.09.2019, 18:24 Uhr

    Was macht eigentlich die gesamte Ministerialbürokratie im Schulbereich, planen die nicht die Zukunft unserer Kinder und damit verbunden, auch die der Lehrer? Was man meinen könnte, schreibe ich lieber nicht. Mal wieder wird es auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen. Von den verantwortlichen Politikern und hohen Beamten, erwarte ich nicht nur freundliches Lächeln, sondern Visionen die auch umsetzbar sind.

  • 16 André 09.09.2019, 17:30 Uhr

    Lehrermangel ? Ich kenne eine Lehrerin, die möchte gern eine Festanstellung, bekommt aber immer nur Verträge für 1 Jahr. Aktuell fängt gerade der 6. Vertrag an. Die Schule wollte sie von Anfang an fest einstellen, weil sie einfach gute engagierte Arbeit macht und bei Eltern/Kindern u. Kollegen beliebt ist. Ihr einziges Problem ist, dass sie kein 2. Staatsexamen hat, also keine sogenannte Vollerfüllerin ist. War aber bei der Ersteinstellung überhaupt kein Problem.

  • 15 RS 09.09.2019, 16:28 Uhr

    Andere Länder machen es vor. In Neuseeland werden Schulprobleme anders gelöst. Hier haben viele Kinder einen weiten Schulweg; darum gehen sie nicht zur Schule, sondern erledigen das zuhause vom Rechner aus. Das klappt prima und war schon vor 20 Jahren so. Wie das genau funktioniert, sollte mal recherchiert werden.

  • 14 Hans 09.09.2019, 15:28 Uhr

    In 15 Bundesländern klagt man über Lehrermangel. Nur in Bayern sieht die Lage besser aus. Warum? Dort wird schon länger vorgeplant wieviele Lehrer benötigt werden.

  • 13 Andrea Kreinberg 09.09.2019, 13:38 Uhr

    Dann sollte man endlich den wahnwitzigen NC abschaffen, der z.B. in Hamburg locker bei 1,6 liegt und mehr Studienplätze zur Verfügung stellen, so dass die jungen Leute die Chance bekommen, LehrerInnen zu werden !

    Antworten (1)
    • Lehrerpartner 09.09.2019, 14:58 Uhr

      Es liegt nicht an NC, nicht an Studienplätzen (schon gar nicht für NRW in HH :-) ) und auch nicht an mangelnden Lehrern. Es liegt daran, dass das Land wahnwitzige Ideen zur "Wiedereinstellung bereits pensonierter Lehrer" antreibt und deren Aufstockung der Pension (ist bestimmt dringend notwendig) anstatt das Ungleichgewicht, sowohl was Anzahl als auch Vergütung, zwischen Lehramt an Grundschulen, Sek1, Sek2 und BBS auszugleichen. Siehe Kommentar von JB

  • 12 JB 09.09.2019, 13:18 Uhr

    Je nun, was soll man erwarten? Unsere Politiker richten mittlerweile seit Jahrzehnten das Bildungswesen systematisch zugrunde, alle Studien, Erkenntnisse und Vorschläge konsequent ignorierend. So unerwartet, wie Heilgabend einen am 24. Dezember überrascht, sind auch plötzlich 6 Jahre nach Babyboom keine Lehrkräfte da - upps, das konnte doch keiner ahnen, nachdem das Problem schon 3 Jahre vorher auch bei den Kindergärten aufschlug. Dass die Umstellung auf Ganztagsschulbetrieb mehr Räume und mehr Personal erfordert - wer konnte das denn vorhersehen, nein, sowas. Und dann haben Grundschullehrerinnen mehr Stunden zu leisten (weil aus kaiserzeitlicher Arroganz heraus man ja nur kleine Kinder hat und da ja nichts vorbereiten muss) und die Bezahlung ist deutlich schlechter als in der Sek I + II. Dass ist unattraktiv? Das weiß man doch erst seit 30 Jahren, wie hätte man denn da was ändern können? Das sind alles Dinge, die weit über eine Legislaturperiode hinausgehen, und daher wird das nix.

    Antworten (1)
    • HFRBN 09.09.2019, 18:06 Uhr

      Dumm nur das hier insbesondere die Bezirksregierung Köln, nur vom grünen Schreibtisch entscheidet. Nur an meiner Schule wurde drei KollegeInnen verweigert, die befristeten Arbeitsverträge zu entfristen. Damit sind diese weg...und es handelt sich um Kollegen und Kolleginnen die teilweise bereits seit fast 10 Jahren hervorragende Arbeit geleistet haben, allerdings wurde die Schule nicht gefragt. Wozu auch...

  • 11 linux 09.09.2019, 12:50 Uhr

    User "super" Ministerpräsident hat doch vollmundig angekündigt, das es unter seine Regierung so was nicht mehr geben sollte, aber im "Ankündigen" sind diese Damen und Herren ja ganz groß........https://www.ksta.de/nrw/regierungserklaerung-das-plant-ministerpraesident-laschet-fuer-nrw-in-seiner-amtszeit-28404992

  • 10 André 09.09.2019, 12:23 Uhr

    @ redaktion : Ich wäre dafür, solche Kommentare mal stehen zu lassen. Sie sind einfach zu blöd ( siehe mein Kommentar )

  • 9 André 09.09.2019, 12:18 Uhr

    @ Gast aus OWL 11:47 Uhr / G. Schäpers 11:44 Uhr : Sehe ich genau so ! Auch die weltweite Klimakrise, die Erhöhung der Schadstoffwerte, die zu kleinen Adblu-Tanks an den Diesel-PKWs, die marode Infrastruktur im Land und das Scheitern der PKW-Maut liegt ganz klar an de Zuwanderern.

  • 8 Gast aus OWL 09.09.2019, 11:47 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • 7 G. Schäpers 09.09.2019, 11:44 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)