Kreis Siegen-Wittgenstein will Vorreiter bei Digitalisierung sein

Kleine Diskussionsrunde auf einem Podium

Kreis Siegen-Wittgenstein will Vorreiter bei Digitalisierung sein

Von Christian Klein

  • Elf Städte und Gemeinden arbeiten zusammen
  • Jede Kommune entwickelt Projekte für die anderen mit
  • Ein Programm für die nächsten 20 Jahre

Knapp 100 Seiten umfasst das Konzept der "Gemeinsamen Initiative Digitalisierung" im Kreis Siegen-Wittgenstein, das am Montagabend (7. Oktober 2019) in Bad Berleburg vorgestellt wurde. Das Besondere daran: Alle Städte und Gemeinden des Kreises haben zusammen daran gearbeitet und teilen ihr Knowhow.

"Das ist schon fast einzigartig in Deutschland", freut sich Bernd Niehaves vom Forschungskolleg der Universität Siegen, die an der Initiative beteiligt ist. "Man kann sich vorstellen, dass bei elf Städten und Gemeinden viele Alphatiere dabei sind, die erst einmal meinen, dass sie die richtige Lösung haben. Das ist hier in den letzten zwei Jahren nicht der Fall gewesen."

Digitalisierung in acht Handlungsfeldern

Seit zwei Jahren hat jede Kommune einen Digitalisierungsbeauftragten, um mit der Uni das Konzept zu erarbeiten. Es ist jetzt in acht Handlungsfelder aufgeteilt. Das sind: Bevölkerung, Bildung, Gesundheit, Handel, Mobilität, Tourismus, Wirtschaft & Industrie und Verwaltung.

Zusätzlich zu den schon begonnenen Projekten wie der digitalen Verwaltung (Anträge online stellen) oder dem Handyparken in Siegen sind für jeden Bereich Ziele formuliert, was in den nächsten Jahren konkret entstehen soll.

Podium, Publikum an Tischen, Fotografen

Keine Alphatier-Dominanz

Im Bereich Wirtschaft ist ein "Smart City Innovation Lab" geplant, in dem insbesondere Start Ups gefördert werden sollen. Und im Bereich der Gesundheit wird derzeit an einem Projekt gearbeitet, bei dem Laborproben und anderes medizinisches Material zwischen zwei Krankenhäusern per Drohne befördert werden könnten.

"Wenn wir noch ein bisschen warten, dann wird uns diese Entwicklung wie jede andere technische Entwicklung zuvor von oben aufdiktiert", beschreibt Landrat Andreas Müller die Situation. "Deswegen gilt es, jetzt eine aktive Rolle einzunehmen."

Stand: 08.10.2019, 08:20