Smartes Schwimmbad in Burbach

Smartes Schwimmbad 04:10 Min. Verfügbar bis 06.09.2020

Smartes Schwimmbad in Burbach

Von Ulf Priester

  • Digitale Technik spart Wasser und Energie
  • Steuerungstechnik ist in vielen Bädern veraltet
  • Kommunen fehlt das Geld zu investieren

Schwimmbäder verbrauchen viel Wasser und Energie. In Burbach hilft neue digitale Steuerungstechnik beim Einsparen, ähnlich wie beim Smart Home.

Wenn in Burbach ein Besucher das Freibad betritt, wird automatisch Frischwasser zugeführt. Das Drehkeuz am Eingang ist mit der Technik-Steuerung vernetzt. So wird nur genau so viel Wasser und Chlor ins Becken geleitet wie nötig. An Tagen mit wenig Betrieb sind das schon mal 17.000 Liter weniger als an Tagen, an denen es richtig voll ist.

Energieeinsparung von über 50 Prozent möglich

Ralf Wortmann von den Lenne-Thermen, die das Freibad betreiben, hätte die digitale Technik am liebsten auch in den anderen vier Bädern, für die sie im südlichen Sauerland und im Bergischen zuständig sind.

Digitales Schwimmbad

„Würden wir diese Technik beispielsweise im Hallenbad Drolshagen einbauen, könnten wir 50 bis 60 Prozent Energie einsparen. Die Wasserersparnis wäre sogar noch größer“, hat Ralf Wortmann errechnet.

Das wäre nicht nur nachhaltig. Es könnte auf Dauer die Betriebskosten senken und so helfen, die Bäderstandorte in Drolshagen, Hilchenbach, Lennestadt und Bergneustadt zu sichern.

In Drolshagen etwa könnte der Betriebskostenzuschuss von jetzt 300.000 Euro auf rund 200.000 Euro sinken. Die Anschaffungsinvestition für die neue Technik von rund 1 Millionen Euro hätte sich nach 10 Jahren amortisiert.

Digitalisierung der Schwimmbäder als Regionale-Projekt?

Den meisten Kommunen fehlt aber das Geld für so eine Investition. Deshalb bemüht sich Ralf Wortmann jetzt, die Digitalisierung der Schwimmbäder zu einem Regionale-Projekt zu machen. Dann könnte der größte Teil mit Fördergeldern von EU und Land finanziert werden.

Stand: 06.09.2019, 17:12