Landgericht Paderborn kündigt weitere Dieselprozesse an

Landgericht Paderborn kündigt weitere Dieselprozesse an

  • Verhandlungsmarathon zur VW-Dieselaffäre
  • Neuen Kläger fordern Schadenersatz
  • Urteile am 28.12.2017
Älterer Herr im Porträt

Kläger Elmar Reineke aus Nieheim

Elmar Reineke aus Nieheim im Kreis Höxter ist sauer. Als er sich vor vier Jahren einen VW Tiguan 2,0 Turbodiesel kaufte, verließ er sich auf die angegebenen Abgaswerte. Doch dann wurde der Skandal um die manipulierten Werte öffentlich.

Schadenersatz oder Kaufvertrag rückgängig machen

Elmar Reineke war enttäuscht und zog vor Gericht. Seine Forderung ist eindeutig: Er will den Neupreis von rund 40.000 Euro zurück. Die acht anderen Kläger wollen ebenfalls eine Entschädigung oder den Kaufvertrag rückgängig machen.

VW einigt sich häufig außergerichtlich

VW-Skandal

Die Verfahren werden gebündelt, weil es so viele sind und sie sich inhaltlich ähneln. Bundesweit gebe es rund 8.000 Klagen, so ein VW-Sprecher, etwa 1.000 seien entschieden.

Nach Angaben von VW seien 70 bis 75 Prozent zugunsten von VW ausgegangen. Wenn jedoch die Kläger gewinnen, ist VW häufig auf eine außergerichtliche Einigung aus.

Die Zahl der Verfahren sei auch deshalb so groß, so VW, weil Anwaltskanzleien bundesweit mit markigen Sprüchen wie "Kein Risiko" oder "VW und Händler knicken ein" um Betroffene geworben haben. Außerdem endet für viele Kunden mit Ende diesen Jahres auch die Verjährungsfrist.

Nach dem gestrigen Verhandlungsmarathon zur VW-Dieselaffäre wird das Paderborner Landgericht Ende Dezember 2017 die Urteile verkünden. Außerdem kündigte ein Gerichtssprecher weitere Verhandlungen über neue Klagen an.

Stand: 08.12.2017, 14:51