Diebstähle auf Friedhöfen im Hochsauerland

Diebstähle auf Friedhöfen 02:35 Min. Verfügbar bis 11.10.2020

Diebstähle auf Friedhöfen im Hochsauerland

  • Gräber im Sauerland werden geplündert
  • Marienstatuen am häufigsten gestohlen
  • Polizei sieht keine Steigerung auf Friedhöfen

Mehrere Friedhofsdiebstähle im Hochsauerland machen Hinterbliebene fassungslos. Angehörige und Polizei berichteten am Donnerstag (10.10.2019) dem WDR von geplünderten Gräbern in Arnsberg und Schmallenberg. Vor dem Trauermonat November sind die Gräber aktuell besonders geschmückt.

Auf dem Arnsberger Waldfriedhof machten Unbekannte die größte Beute. Sie montierten offenbar nachts Metalllampen, -vasen oder Skulpturen ab. Nichts wurde zerstört. Das gilt als Indiz dafür, dass das Diebesgut bald auf Flohmärkten oder im Internet verkauft werden soll.

Gezieltes Vorgehen

Zwei Menschen auf einem Friedhof

Antonius Hilmers (links) bei einer Friedhofsbegehung

In Schmallenberg-Holthausen hatten es die Täter auf Marienstatuen abgesehen - obwohl es dort wesentlich wertvollere und leichter abzubauende Gegenstände gibt. Kirchenvorstand Antonius Hilmers schließt deshalb Metalldiebe als Täter aus. Er vermutet einen religiösen Hintergrund.

Die Polizei im Hochsauerland betont auf Anfrage, dass es keine Zunahme von Friedhofsdiebstählen gebe. Es komme immer wieder vor. Allerdings sei es unklar, ob die Beute als Schrott verkauft wird. Auch der direkte Verkauf sei denkbar. Bislang gebe es aber keine konkreten Erkenntnisse.

Schrottwert nicht attraktiv

Zwei Menschen auf einem Friedhof

Friedhofsgärtner verschaffen sich einen Überblick über die Schäden

Zurzeit gibt es für ein Kilo Mischschrott wie Messing und Metall etwa 3,50 Euro. Bei hochwertigem Material kann es bis zu acht Euro pro Kilo geben. Der angerichtete Schaden allein auf dem Arnsberger Waldfriedhof geht in die Tausende Euro, wenn man den Neuwert zugrunde legt.

Stand: 11.10.2019, 07:30