Mord in Detmold: Lange Jugendhaftstrafe für 15-Jährige

Das Landgericht Detmold

Mord in Detmold: Lange Jugendhaftstrafe für 15-Jährige

  • 15-Jährige muss lange ins Gefängnis
  • Sie hatte ihren Halbbruder erstochen
  • Motiv: Rivalität zwischen Geschwistern

Für den Mord an ihrem dreijährigen Halbbruder ist eine 15-Jährige aus Detmold zu 7,5 Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Die Richter am Landgericht Detmold blieben damit am Mittwoch (29.04.2020) unter der Höchststrafe des Jugendstrafrechts, weil das Mädchen voll geständig war, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Mit 28 Messerstichen getötet

Der Prozess fand komplett hinter verschlossenen Türen statt. Der dreijährige Junge war laut Obduktionsergebnis im November 2019 mit 28 Stichen im Schlaf getötet worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Motiv für die Tat hätten die Richter in Rivalitäten zwischen den Geschwistern gesehen, sagte der Sprecher.

Mordmerkmal Heimtücke

Sie sahen zudem das Mordmerkmal Heimtücke als erfüllt an. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer acht Jahre Jugendstrafe gefordert, die Verteidigung sechs bis sieben Jahre. Die Eltern waren nicht in der Wohnung, als die Tat passierte. Angehörige fanden schließlich die Leiche des Jungen und alarmierten die Polizei.

Festnahme in Lemgo

Die 15-Jährige wurde einen Tag später im etwa neun Kilometer entfernten Lemgo festgenommen. Ein Zeuge hatte sie auf ihrer Flucht entdeckt und die Einsatzkräfte gerufen. Als ein Beamter die 15-Jährige festnahm, leistete sie keinen Widerstand und war nach Angaben der Detmolder Staatsanwaltschaft in "ruhiger Verfassung".

Stand: 29.04.2020, 16:28

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