Sechsspuriger Ausbau und ein Bürgerbeauftragter: Neue Details zur A45-Rahmedetalbrücke

Stand: 10.02.2022, 12:17 Uhr

Am Donnerstag haben Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und die Autobahn GmbH deutlich gemacht: noch dieses Jahr soll die marode Rahmedetalbrücke gesprengt werden. Die neue Brücke auf der A45 soll sechsspurig gebaut werden.

"Die Sprengung muss technisch gut und sicher vorbereitet sein. Trotzdem wollen wir so schnell wie möglich vorgehen", sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Donnerstag. Das sei ambitioniert, aber leistbar.

Er wolle beweisen, dass auch in Deutschland schnell eine so große Brücke gebaut werden kann. Es soll so schnell gehen "wie menschenmöglich".

Neuer Bürgerbeauftragter - "so etwas haben wir noch nie gehabt"

Sebastian Wagemeyer

Künftiger Bürgerbeauftragter: Sebastian Wagemeyer

Außerdem verkündete Wissing, dass Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer künftig als sogenannter "Bürgerbeauftragter" für das Projekt arbeiten soll. So soll es auch beim Brückenbau in Genua gut geklappt haben - in Deutschland habe es so ein Modell noch nicht gegeben, sagte der Bundesverkehrsminister.

Wagemeyer soll als Bürgerbeauftragter schnell und unbürokratisch mit allen wichtigen Stellen sprechen können: Der Autobahn GmbH, dem Verkehrsministerium und den Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheidern vor Ort. Wagemeyer selbst sagte, er wolle vor allem Kräfte bündeln und mit allen im Gespräch bleiben.

Sechsspuriger Wiederaufbau

Die leere Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid

Die leere Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid.

Wann eine neue Brücke das Rahmedetal überspannt, ist noch immer ungewiss, auch Wissing wollte sich am Donnerstag nicht festlegen. Dass die Autobahn sechsspurig ausgebaut werden soll, stehe allerdings mittlerweile fest.

Dafür ist normalerweise ein Planfeststellungsverfahren nötig - er wolle aber versuchen, es zu vermeiden und dabei rechtlich trotzdem auf der sicheren Seite bleiben. "Es würde helfen, wenn sich alle einig wären", sagte Wissing. "Aber es macht keinen Sinn im Jahr 2022 eine Brücke auf dem Stand des vergangenen Jahrhunderts zu planen."

Sprengung erleichtert viele Lüdenscheider

gesprengte Brücke Rinsdorf

Gesprengte Brücke Rinsdorf

Anfang dieser Woche hatte der Verkehrsminister verkündet, dass die Brücke laut einer Machbarkeitsstudie gesprengt werden kann. Für viele in Lüdenscheid und Umgebung eine gute Nachricht. Denn mit einer Sprengung dürfte der Neubau deutlich schneller gehen. Die Alternative wäre ein sukzessiver Abbruch der Brücke gewesen.

Im Rahmedetal wird die Sprengung allerdings anspruchsvoller als zum Beispiel bei der Brücke Rinsdorf, die vergangenen Sonntag genau nach Plan gesprengt wurde. Denn das Rahmedetal ist deutlich enger. Außerdem befinden sich Wohnhäuser und Firmengebäude im Bereich unter der Brücke.

Über dieses Thema berichtet der WDR im Fernsehen in der Lokalzeit Südwestfalen am 10.02.2022 um 19:30 Uhr.