Demonstration gegen Tierversuche in Münster

Menschen stehen aufgereiht an einer Landstraße und halten Protestplakate hoch

Demonstration gegen Tierversuche in Münster

  • 150 Tierschützer demonstrieren gegen Forschungslabor
  • Bündnis fordert Schließung aller Tierversuchs-Einrichtungen
  • Vorwurf an Forschungslabor: 2.000 Affen sterben jährlich

In der Nähe eines Forschungslabors am Stadtrand von Münster haben am Samstag knapp 150 Tierversuchsgegner demonstriert. Sie wollen ein Ende aller Tierversuche und fordern, dass Einrichtungen geschlossen werden, in denen Medikamente zum Beispiel an Affen getestet werden.

Privates Forschungslabor in der Kritik

Eine Frau demonstriert gegen Tierversuche - sie ist mit Kunstblut beschmiert und trägt einen Müllsack

Die Demonstranten wollten in Münster auf das Leid der Tiere aufmerksam machen.

Mit Trillerpfeifen und Tröten säumten die Aktivisten die Landstraße. Sie wollten die vorbeifahrenden Autofahrer darauf aufmerksam machen, dass 500 Meter entfernt in den Laboren der Firma Covance Affen zu Versuchszwecken gehalten werden. Die Tierschützer hätten lieber direkt vor der Firma demonstriert, die an einer Privatstraße liegt, dafür aber keine Genehmigung erhalten.

Im Bündnis gegen Covance hat sich ein gutes Dutzend Tierschutzorganisationen zusammen geschlossen. Sie fordern, dass Forschungsgelder stärker als bisher in die tierversuchsfreie Forschung investiert werden.

Aktivisten: Zwei Drittel aller Affenversuche in NRW

Jedes Jahr würden in dem Forschungslabor in Münster bis zu 2.000 Affen in qualvollen Giftigkeitsprüfungen sterben, erklärte die Organisation "Ärzte gegen Tierversuche", die dem Bündnis gegen das Labor angehört. Zwei Drittel aller Affenversuche Deutschlands würden in NRW durchgeführt.

Wie und wo an Tieren in NRW geforscht wird, ist schwierig herauszufinden. "Eine vollständige Liste mit Einrichtungen, die Tierversuche durchführen, gibt es leider offiziell nicht", bedauerte der Tierschutzbund.

Tierschutzkommission berät Behörde

Auch die in NRW für Tierversuche zuständige Genehmigungsbehörde, das Landesumweltamt (LANUV), kann keine genauen Angaben machen, weil Unternehmen mit der Weitergabe von Informationen einverstanden sein müssten, so ein Sprecher. Laut Umweltministerium ist die Zahl der Versuchstiere in NRW ist in den letzten Jahren jedoch kontinuierlich gesunken.

Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass Tierversuche grundsätzlich zugelassen werden müssen. Beraten werde das LANUV bei seinen Entscheidungen durch eine unabhängige Tierschutzkommission, in der auch Tierschützer vertreten sind.

Stand: 18.07.2020, 15:03